Ausbau der Bahnanlagen im Bereich Trudering und Daglfing: Planungen auf solide Grundlagen stellen. Endlich Wahrheit bei den Zugzahlen.
Anfrage Stadtrats-Mitglieder Anne Hübner, Stefanie Krammer, Barbara Likus, Lars Mentrup und Andreas Schuster (SPD-Fraktion) vom 20.4.2026
Antwort Mobilitätsreferent Georg Dunkel:
In Ihrer Anfrage vom 20.4.2026 legen Sie folgenden Sachverhalt zu Grunde: „Der Bundesverkehrswegeplan sieht einen Ausbau der Bahnanlagen im Bereich Trudering und Daglfing vor. Trotz der klaren Forderungen des Stadtrats und des Oberbürgermeisters Dieter Reiter nach nachvollziehbaren und plausiblen Zugzahlen legt die DB InfraGO bei ihren Planungen die veralteten Zugzahlen aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030 zugrunde.“
Dem Mobilitätsreferat wurde Ihre Anfrage zur Beantwortung zugeleitet. Die darin aufgeworfenen Fragen beantworte ich wie folgt:
Frage 1:
Wie bewertet die Verwaltung der Landeshauptstadt München weiterhin die Verwendung veralteter Verkehrsmengenprognosen durch die DB InfraGO?
Frage 2:
Berücksichtigt die Landeshauptstadt München bei der Erarbeitung Ihrer Einschätzungen zu den Planungen der DB InfraGO die veralteten Zahlen des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) oder werden die in Aussicht stehenden Erhöhungen aus der ,Bedarfsplanüberprüfung (BPÜ) Schiene‘ des Bundesministeriums für Verkehr in die eigene Bewertung mit eingebracht?
Antwort zu Frage 1 und 2:
Die Planung der Bahnanlagen liegt nicht im Zuständigkeitsbereich der Landeshauptstadt München, sondern bei der DB InfraGo. Wir gehen davon aus, dass die Prognosen der DB InfraGo mittelfristige Entwicklungen berücksichtigen.
Die zugrunde gelegten Zugzahlen sollten aus Sicht des MOR natürlich möglichst aktuell sein. Gleichzeitig ist aber auch zu beachten, dass die Zahlen auch planerisch belastbar sein müssen.Das Mobilitätsreferat wird mit der DB InfraGo in Kontakt treten, um dies zu eruieren.
Frage 3:
Welche Auswirkungen hat die prognostizierte Erhöhung der Gesamtverkehrsleistung aus der ,Bedarfsplanüberprüfung (BPÜ) Schiene‘ des Bundesministeriums für Verkehr von Dezember 2024 auf stadt- und verkehrsplanerische Ziele und Projekte der Landeshauptstadt München im Münchner Osten?
Antwort:
Die stadt- und verkehrsplanerischen Ziele werden durch dieses Projekt nicht verändert. Grundsätzlich muss bei jeder Baumaßnahme im Rahmen einer eisenbahnbetriebswissenschaftlichen Untersuchung nachgewiesen werden, ob die geplante Maßnahme mit der vorhandenen Infrastruktur machbar ist. Dabei wird berücksichtigt, dass bestehende Verkehre dadurch nicht beeinträchtigt werden dürfen.
Darüber hinaus weisen wir darauf hin, dass wir mittelfristig für den Güterverkehr eine Entlastung des Knoten Münchens fordern. Voraussetzung dafür ist ein leistungsfähiger Ausbau der Bahnstrecken in Ostbayern, insb. im Knoten Mühldorf.