Entspanntes Fahren mit der MVG 5: Bessere Stoßdämpfer für Busse
Antrag Stadtrats-Mitglieder Sonja Haider, Dirk Höpner, Nicola Holtmann und Tobias Ruff (Fraktion ÖDP/München-Liste) vom 22.1.2026
Antwort Mobilitätsreferent Georg Dunkel:
in Ihrem Antrag vom 22.01.2026 fordern Sie, dass die Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) bei Ihren Ausschreibungen darauf achtet, dass künftig nur noch Busse mit verbesserter Federung und Stoßdämpfung erworben bzw. beauftragt werden.
Nach § 60 Abs. 9 der Geschäftsordnung (GeschO) dürfen sich Anträge ehrenamtlicher Stadtratsmitglieder nur auf Gegenstände beziehen, für deren Erledigung der Stadtrat zuständig ist. Der Inhalt Ihres Antrags fällt jedoch nicht in die Zuständigkeit des Stadtrates oder als laufende Angelegenheit in die Zuständigkeit des Oberbürgermeisters, sondern in den operativen Geschäftsbereich der Münchener Verkehrsgesellschaft mbH (MVG). Das Mobilitätsreferat hat die Münchener Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) hierzu um Stellungnahme gebeten, die nun Folgendes mitgeteilt hat:
„Die Anliegen mobilitätseingeschränkter, sensibler oder älterer Menschen nehmen wir sehr ernst, insbesondere im Hinblick auf Inklusion und die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs. Nach sorgfältiger Prüfung müssen wir jedoch mitteilen, dass die im Antrag vorgeschlagene verpflichtende Einführung von Stoßdämpfer- und Federungssystemen auf dem Niveau moderner Reisebusse für Linienbusse des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nicht umsetzbar ist. Ausschlaggebend hierfür sind grundlegende konstruktive und betriebliche Unterschiede zwischen Linien- und Reisebussen.
Linienbusse verkehren im innerstädtischen Umfeld, sind für häufige Halte, schnellen Fahrgastwechsel und den robusten Einsatz im Stop and Go Verkehr ausgelegt. Reisebusse hingegen bedienen lange Strecken mit wenigen Stopps und können daher auf maximalen Fahrkomfort optimiert werden. Diese unterschiedlichen Einsatzprofile spiegeln sich in Aufbau, Technik und Anforderungen der jeweiligen Fahrzeuge wider. Während Reisebusse aufgrund ihrer Hochboden- oder Mitteldeckbauweise genügend Raum für komplexe Luftfederungs- und Dämpfungssysteme bieten, sind Linienbusse aus Gründen der Barrierefreiheit zwingend als Niederflurfahrzeuge konzipiert. Dadurch ergeben sich technische Limitierungen hinsichtlich der Achskonstruktion und Federung, die eine direkte Übertragung der Komfortstandards von Reisebussen nicht zulassen.Unabhängig hiervon arbeitet die MVG bereits kontinuierlich an der Verbesserung desn Fahrkomforts. Moderne Neufahrzeuge verfügen über optimierte Luftfederungen und verbesserte Achskonstruktionen. Zudem werden Fahrwerke regelmäßig überprüft und Stoßdämpfer im Rahmen fester Austauschzyklen erneuert. Auch fahrstilbezogene Schulungen der Busfahrerinnen und Busfahrer leisten einen Beitrag zu einem möglichst angenehmen Fahrgefühl. Komfortaspekte werden bei zukünftigen Beschaffungen weiterhin berücksichtigt, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist.
Zusammenfassend teilen wir das Anliegen eines möglichst hohen Fahrkomforts, müssen jedoch darauf hinweisen, dass die geforderte Übertragung des Reisebusstandards auf den Linienverkehr aufgrund unterschiedlicher Einsatzbedingungen und bauartbedingter technischer Einschränkungen nicht realisierbar ist. Dennoch bleibt das Thema für uns von Bedeutung, und wir werden Verbesserungsmöglichkeiten weiterhin prüfen.“
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.