Die Landeshauptstadt beweist Resilienz und Innovationskraft unter herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das zeigt der Jahreswirtschaftsbericht für München, der heute im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft des Stadtrats vorgestellt wurde.
München erwirtschaftet 19,0 Prozent des bayerischen Bruttoinlandsprodukts, obwohl nur 11,4 Prozent der bayerischen Bevölkerung hier leben. Die Stadt beherbergt sieben DAX-Unternehmen aus Automotive, Versicherung, High-Tech und Energie – ein Beleg für die einzigartige Branchenvielfalt des Standorts. Zum Innovations-Ökosystem zählen acht Unicorns und zwei Decacorns.
Außerdem schob sich München 2025 auf Platz 1 der deutschen Start-up-Neugründungen mit 19,3 Neugründungen je 100.000 Einwohner (Berlin mit 16,8 und Düsseldorf mit 15,4). In Münchner Start-ups flossen 2,7 Milliarden Euro Venture Capital (Berlin: 2,4 Milliarden Euro). Die Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche entwickelte das größte Beschäftigungswachstum im Zehn-Jahres-Vergleich und legte um 57 Prozent, also um 40.418 Beschäftigte zu.
In der Kultur- und Kreativwirtschaft erzielten 12.721 Unternehmen mit 85.715 Beschäftigten 2024 einen Umsatz von 23,8 Milliarden Euro – fast jeder zehnte Erwerbstätige arbeitet in dieser Branche (8,8 Prozent der Ge- samtbeschäftigung). Die Stadt und der Landkreis München erwirtschaften gemeinsam 28,6 Milliarden Euro Umsatz – mehr als Hamburg mit Umland (23,4 Milliarden Euro) oder Berlin/Brandenburg (20,2 Milliarden Euro). Auch die Beschäftigung am Münchner Arbeitsmarkt ist auf einem Rekordhoch: 976.230 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sind der höchste je gemessene Wert. Die Akademikerquote erreicht 43,1 Prozent.
Die Arbeitslosenquote stieg auf 5,0 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025 für den Agenturbezirk München. München bleibt jedoch die Großstadt mit der niedrigsten Arbeitslosenquote im Vergleich: Berlin 10,3 Prozent, Köln 9,1 Prozent, Hamburg 8,3 Prozent, Frankfurt 6,9 Prozent und Stuttgart 5,7 Prozent.
Die Gewerbesteuer lag 2025 bei 3,63 Milliarden Euro – so hoch wie nie.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Eine starke Wirtschaft ist die Voraussetzung für gute Arbeitsplätze und eine starke Stadt. München lebt von seinem vielfältigen Unternehmensmix – von Handwerk und Industrie über den Mittelstand bis zu international erfolgreichen Unternehmen. Deshalb investieren wir in Gewerbeflächen, moderne Gewerbehöfe und gute Standortbedingungen. Denn wirtschaftlicher Erfolg und soziale Stärke gehören für mich untrennbar zusammen.“
Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft: „Wir haben jahrzehntelang München zu einem vielfältigen und erfolgreichen Wirtschaftsstandort entwickelt. Jetzt ist es unsere Aufgabe, diese Grundlage durch mutige Investitionen in Infrastruktur, Wohnraum und eine unternehmensfreundliche Verwaltung zu sichern und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig muss auch das produzierende Gewerbe bei allem Transformationsdruck seinen Platz in Münchens Wirtschaft behaupten. Das Wirtschaftsreferat versteht sich nicht nur als Ansprechpartner, sondern vor allem als ‚Enabler‘ für die Wirtschaft. Wir treiben die Entbürokratisierung voran und suchen neue und vor allem lösungsorientierte Wege in der Verwaltung.“