Die Landeshauptstadt München wird die bis einschließlich 1. August geltende Allgemeinverfügung zur Einschränkung der Wassernutzung nicht verlängern. Grundlage hierfür ist die aktuelle Einschätzung der Stadtwerke München (SWM), wonach die Grundwassersituation zwar weiterhin angespannt ist, die Versorgungslage sich aber derzeit auf einem beherrschbaren Niveau bewegt. Zugleich wird erwartet, dass der Wasserverbrauch mit Beginn der Sommerferien deutlich zurückgeht.
Der Wasserverbrauch Münchens ist seit dem Erlass der Allgemeinverfügung der Landeshauptstadt München zur Wassernutzung und der Wasser-Sparanordnung der SWM am 14. Juli gesunken. Er variiert tageweise, ist aber in der Gesamttendenz in einen durchschnittlichen Bereich um die 330 Millionen Liter pro Tag zurückgegangen. Für die kommenden Tage sehen die Verbrauchsprognosen der Stadtwerke München zwar einzelne Spitzen aufgrund der heißen Temperaturen, im Mittel aber einen weiteren Rückgang aufgrund der bevorstehenden Sommerferien vor.
Die hydrologische Situation bleibt jedoch angespannt. Nach einem au-ßergewöhnlich trockenen Winter und Frühjahr sowie anhaltend niedrigen Grundwasserständen ist ein sparsamer Umgang mit Trinkwasser weiterhin erforderlich. Die Landeshauptstadt München und die SWM appellieren deshalb weiterhin an alle Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, Wasser bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen.
Oberbürgermeister Dominik Krause: „Mit dem Beginn der Sommerferien und der Reisezeit sinkt erfahrungsgemäß der Wasserverbrauch in München. Wir können die Allgemeinverfügung deshalb zum 1. August auslaufen lassen. Der sparsame Umgang mit Trinkwasser bleibt aber weiter wichtig, denn die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit stellen nach wie vor eine Belastung für unsere Wasserversorgung dar. Ich danke allen Münchnerinnen und Münchnern, die in den letzten Wochen mitgeholfen haben, dass aus einer angespannten Situation keine Krise geworden ist.“ Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung: „Ich danke allen, die durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zur Stabilisierung der Wasserversorgung beigetragen haben. Aber auch wenn die Einschränkungen nun aufgehoben werden können, ist weiterhin Maß halten erforderlich. Denn: Unsere Hangquell- und Grundwasserfassungen weisen aufgrund der viel zu geringen Niederschläge in den vergangenen 18 Monaten nach wie vor nur ein niedriges Wasserangebot auf. Um weitere künftige Einschränkungen zu vermeiden, bitten wir deshalb dringend darum, das Trinkwasser auch weiterhin sorgsam und bewusst zu verwenden – und Wasser zu sparen, wo immer dies möglich ist.“ Die Allgemeinverfügung hatte seit dem 14. Juli unter anderem das Befüllen privater Pools, die Bewässerung von Rasenflächen, das Waschen von Fahrzeugen außerhalb gewerblicher Waschanlagen sowie weitere wasserintensive Nutzungen eingeschränkt. Sie war erforderlich geworden, da die Wassergewinnung aufgrund der derzeit bestehenden Niedrigwassersituation stark eingeschränkt ist und der tägliche Wasserverbrauch zeitweise auf über 400 Millionen Liter pro Tag angestiegen war.
Auch wenn die akute Versorgungslage derzeit keine Verlängerung der Allgemeinverfügung erforderlich macht, beobachten die Landeshauptstadt München und die SWM die Entwicklung weiterhin genau. Sollte sich die Lage erneut deutlich verschärfen, werden weitere Maßnahmen geprüft. Die Landeshauptstadt München weist darauf hin, dass ein bewusster und sparsamer Umgang mit Trinkwasser auch über das Ende der Allgemeinverfügung hinaus ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Wasserressourcen ist.
Hintergrund
Aufgrund der über einen längeren Zeitraum anhaltenden Trockenheit hat sich im Laufe der Zeit an zahlreichen staatlichen Grundwassermessstellen und Quellen in Südbayern eine sehr ausgeprägte Niedrigwassersituation eingestellt. Der Niedrigwasser-Lagebericht des Bayerischen Landesamtes für Umwelt vom 24. Juli 2026 (siehe unter www.nid.bayern.de/lage) weist für das laufende Abflussjahr ein Niederschlagsdefizit von rund 32 Prozent aus – nachdem bereits das Jahr 2025 zu trocken war. Gleichzeitig wurde im Juni 2026 die bislang längste Hitzewelle seit Beginn der Beobachtungen beschrieben.
Diese Kombination aus anhaltend unterdurchschnittlichen Niederschlägen und außergewöhnlich hohen Temperaturen reduziert die Grundwasserneubildung und wirkt sich unmittelbar auf Quellen, oberflächennahe Grundwasserleiter und Fließgewässer aus. Aktuell zeigen 81 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen sowie 74 Prozent der Messstellen der tieferen Grundwasserstockwerke in Bayern niedrige Verhältnisse.
Grundsätzlich handelt es sich im Wasserkreislauf um ein System, in dem auf natürliche Weise ständig neu Wasser nachgebildet wird. Aufgrund der klimatischen Bedingungen befindet sich dieses System aktuell unter Anspannung. Aufgabe der SWM als Versorger ist es, bei der Wasserbewirtschaftung darauf zu achten, dass sich Wassergewinnung und -verbrauch in einem ausgewogenen Verhältnis befinden. Sollte es erforderlich werden, sind daher weitere Maßnahmen nicht auszuschließen.
Da für die Zukunft damit zu rechnen ist, dass solche Ausnahmephasen häufiger auftreten, wird derzeit an einer Strategie gearbeitet, um die Wasserversorgung der Stadt München auch vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer Bedingungen wie anhaltender Trockenheit und Hitzeperioden langfristig sicherzustellen. Dabei werden unterschiedliche Maßnahmen betrachtet – von der nachhaltigen Nutzung bestehender Wasserressourcen über Verbrauchsmanagement und Infrastrukturmaßnahmen bis hin zu wasserrechtlichen Fragestellungen.