Jugendgewalt vorbeugen – München braucht ein wirksames Präventionspaket
Antrag Stadtrats-Mitglieder Beatrix Burkhardt, Alexandra Gaßmann und Manuel Pretzl (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 15.1.2026
Antwort Sozialreferentin Dorothee Schiwy:
Sie beantragen die Entwicklung eines Präventionskonzepts zum Thema Jugendgewalt.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, teilen wir Ihnen auf diesem Wege zu Ihrem Antrag vom 15.1.2026 Folgendes mit:
In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über Gewalttaten, die von Kindern und Jugendlichen begangen wurden, auch in München. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen nicht gewaltbereit ist. Die Jugendkriminalität insgesamt ist seit Jahren rückläufig, auch wenn es in bestimmten Bereichen, wie bei Gewaltdelikten, Anstiege gegeben hat (vgl. Sicherheitsreport 2024 Polizei München). Extreme Einzelfälle sollten nicht den Eindruck vermitteln, dass dies das Verhalten der gesamten Generation widerspiegelt.
Es ist sinnvoll, die Ursachen solcher Taten zu analysieren und präventive Maßnahmen zu fördern, um die positiven Entwicklungen in der Jugend zu unterstützen.
Der Aktionsplan Gemeinsam gegen Gewalt (Beschluss Sachstand Gemeinsam gegen Gewalt mit Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 16050 vom 28.10.2025) zeigt, dass es in München bereits viele Angebote für junge Münchner*innen gibt, die sich mit dem Thema Jugendgewalt befassen. Der Aktionsplan bündelt die Maßnahmen in bereits bestehende, in Planung befindliche und zu entwickelnde Angebote. Die Maßnahmen werden dabei unterschieden in:
- Sensibilisierung im Vorfeld (Prävention)
- Maßnahmen nach ersten Auffälligkeiten (Intervention)
- Maßnahmen nach mehrfachen Auffälligkeiten
Die vielfältigen Maßnahmen sind im Aktionsplan beschrieben. Die Umsetzung wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Es handelt sich dabei um einen dynamischen Prozess, der auch an den Oberbürgermeister rückgemeldet wird.Besonders hervorzuheben ist, dass Ihrem Anliegen Ausweitung ordnungsrechtlicher Instrumente u.a. durch den Beschluss Taskforce Bahnhofsviertel mit der Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 18797 vom 3.2.2026 entsprochen wurde. Im Bereich Bahnhofsviertel, Hauptbahnhof, Alter Botanischer Garten, Karl-Stützel-Platz, Nußbaumpark und Innenstadt wurden Maßnahmen zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls und Förderung der Aufenthaltsqualität getroffen.
Abschließend wird auf die Arbeitskreise Kinder- und Jugenddelinquenz, Kinderdelinquenz, Jugenddelinquenz, geschlechts-, gewalt- und zielgruppenspezifische Projekte beim Stadtjugendamt verwiesen. In diesen Gremien vernetzen sich unter der Federführung des Stadtjugendamtes unterschiedliche Akteur*innen der Stadtverwaltung mit Trägervertreter*innen aus der Kinder- und Jugendhilfe und Vertreter*innen aus dem Schulwesen, der Justiz und Polizei, um u.a. Bedarfe im Bereich der Prävention zu eruieren und Maßnahmen zu koordinieren.
Ich hoffe, auf Ihr Anliegen hinreichend eingegangen zu sein. Ich gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.