Die Straffälligenhilfe im Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) München e.V. wird mit dem Anita Augspurg Preis 2025 der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. Dies hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung des Verwaltungs- und Personalausschusses beschlossen.
Mit dem Preis würdigt die Stadt Leistungen, die zur Förderung der Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen beitragen. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert, um den erheblichen Gewinn, den die Gleichstellungsarbeit für die Stadtgesellschaft bringt, angemessen wertzuschätzen. Die Verleihung findet am 3. März im Rahmen des Empfangs des Oberbürgermeisters anlässlich des Internationalen Frauentages mit geladenen Gäst*innen statt. Bürgermeisterin Verena Dietl wird den Preis im Alten Rathaus überreichen.
Die Straffälligenhilfe im SkF München e.V. verfolgt seit der Gründung des Sozialdienstes katholischer Frauen im Jahr 1906 das Ziel, für straffällig gewordene Münchner Mädchen* und Frauen* einzustehen. Von Beginn an haben Ehrenamtliche sich mit dieser marginalisierten und tabuisierten gesellschaftlichen Gruppe solidarisch gezeigt und sie unterstützt. Inzwischen übernehmen dies 14 hauptamtliche Mitarbeiterinnen.
Zentrales Anliegen in der aktuellen Arbeit ist es, durch Beratung, Begleitung, praktische Unterstützung und Lobbyarbeit den Betroffenen Wege zu eröffnen, wie sie ihre Strafen bewältigen, ihr Leben positiv ausrichten und stabilisieren, um nach der Haft ihren Platz als Bürgerin inmitten der Gesellschaft mit allen Rechten, Pflichten und Gestaltungsmöglichkeiten wieder einnehmen können. Als sehr kleine Gruppe, die im gesamten bundesdeutschen Strafvollzug fünf Prozent umfasst, sind inhaftierte Mädchen* und Frauen* stark unterrepräsentiert und in der Folge massiv strukturell benachteiligt. Gleichzeitig werden sie trotz in der Regel geringfügiger Vergehen gesellschaftlich deutlich stärker stigmatisiert als Männer*. Die Straffälligenhilfe im SkF München e.V. begleitet und unterstützt vor, während und nach der Haft. Sie unterstützt die Betroffenen unter anderem bei der Abzahlung von Geldstrafen zum Beispiel durch Vermittlung in gemeinnützige Arbeit und betreut Mädchen* und junge Frauen* im Rahmen von jugendrichterlichen Weisungen. Dadurch ermöglicht sie eine erfolgreiche Resozialisierung der Mädchen* und Frauen* und entlastet das Justizsystem.
Das feministische Konzept der Straffälligenhilfe im SkF München e.V. ist zukunftsweisend und intersektional gestaltet. Die Arbeit umfasst neben der zentralen Einzelfallhilfe auch den Einsatz für geschlechtsspezifische Angebote im Justizsystem sowie für eine wohnortnahe und nach Alter sowie Art und Schwere der Straffälligkeit differenzierte Unterbringung. Die Preisverleihung würdigt die nachhaltige Wirksamkeit der Arbeit. Sie ist in besonderem Maße durch den parteilichen, beständigen, engagierten und innovativen Einsatz gegeben, der sich an Mädchen* und Frauen* in äußerst prekären Lebenslagen richtet. Dies ermöglicht ihnen eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe und eine straffreie Zukunft. Damit trägt die Straffälligenhilfe im SkF München e.V. umfassend zu sozialem Frieden und Demokratie in München bei.
Weitere Infos zur Straffälligenhilfe im SkF München e.V. finden sich unter www.skf-muenchen.de.
Über den Anita Augspurg Preis
Der Preis ist benannt nach Anita Augspurg (1857-1943), einer der wichtigsten Vertreterinnen der 1. Frauenbewegung. Als Münchner Bürgerin engagierte sie sich unter anderem für das Frauenwahlrecht sowie die gleichberechtigte Zulassung von Mädchen und Frauen zu höherer Schulbildung und zum Studium. Sie war sehr aktiv in der Internationalen Frauen- und Friedensbewegung. Alle Informationen zum Anita Augspurg Preis finden sich unter www.muenchen.de/gst.