Der Illustrator Quint Buchholz und die Filmemacherin Narges Kalhor werden am Mittwoch, 28. Januar, mit den Ernst-Hoferichter-Preisen 2026 ausgezeichnet. Die Verleihung durch Kulturreferent Marek Wiechers findet vor geladenen Gästen statt. Die mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preise werden seit 1975 jährlich an freischaffende Münchner Künstler*innen vergeben, die – wie Ernst Hoferichter – Originalität und Weltoffenheit mit Humor verbinden. Die Preise wurden von Franzi Hoferichter, der Witwe des Münchner Schriftstellers, gestiftet. Über die Vergabe entscheidet der Stiftungsbeirat der Ernst-Hoferichter-Stiftung.
Aus den Jurybegründungen:
Quint Buchholz
„Ein Schriftsteller im engeren Sinne ist er nicht, aber die Jury des Hoferichter-Preises hat auch schon früher eingeräumt, dass man große Geschichten auch mit den Mitteln der bildenden Künste erzählen kann. Quint Buchholz kann dies auf einsam vollendete Weise und zeichnet sich überdies durch eine tiefe Liebe zum Buch – auch als Bildermotiv – aus: eine schon viele Jahrzehnte währende innige und fruchtbare Beziehung. Wir sagen nur „Nero Corleone“. Neben Nero gibt es unter anderem ein reichhaltiges „Quints Tierleben“: das Pferd auf dem Leuchtturmbalkon, den Riesen-Elefant im kleinen Ruderboot, die Löwenmama, deren Fell selbst eine Landschaft ist. Allen Tieren ist gemein, dass sie zwar sehr realistisch gemalt wurden, aber gleichzeitig jeder Logik und jedem Naturgesetz wie der Schwerkraft entrückt sind: Magischer Realismus.“
Narges Kalhor
„Narges Kalhor ist Filmregisseurin und Drehbuchschreiberin. Sie wurde in Teheran geboren und begann 2002 Film am Behandish College in Teheran zu studieren und Filme zu machen. Darin kritisierte sie die iranische Regierung und war schließlich gezwungen, in Deutschland Asyl zu beantragen. Narges Kalhor lebt seit vierzehn Jahren in München und setzt sich in ihren Filmen mit iranischen und bayerischen Traditionen auf originelle, weltoffene und äußerst humorvolle Weise auseinander. Ihre Werke brechen mit unseren Sehgewohnheiten. Sie liegen zwischen Spiel- und Dokumentarfilm und einer Theateraufführung. Eine Montage unterschiedlicher filmischer Mittel und letzten Endes auch kulturell unterschiedlich geprägter Traditionen, wie Erzählen funktionieren kann. Narges Kalhor stößt uns auf unsere unhinterfragten Glaubenssätze – und so verändern ihre Filme den Blick auf die eigene Kultur.“
Informationen zum Hoferichter-Preis auch online unter www.muenchen.de/hoferichter-preis.
(Siehe auch unter Terminhinweise)