Wie lange noch – warten auf den St.-Nimmerleinstag an der Städtischen-Carl-Spitzweg-Realschule?
Anfrage Stadtrats-Mitglieder Alexandra Gaßmann, Heike Kainz und Jens Luther (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 4.3.2026
Antwort Stadtschulrat Florian Kraus:
Auf Ihre Anfrage vom 4.3.2026 nehme ich Bezug.
Sie haben Ihrer Anfrage folgenden Text vorausgeschickt:
„An der städtischen Carl-Spitzweg-Realschule an der Pfarrer-Grimm-Straße in Untermenzing mussten vor mehr als zweieinhalb Jahren die Fachlehrsäle und Vorbereitungsräume in den Fächern Chemie, Physik und Werken durch einen Wasserschaden aus der Nutzung genommen werden. Dies führte unter anderem dazu, dass die praktischen Unterrichtsanteile in den Fächern überhaupt nicht durchgeführt werden konnten. Seither wurde der Schulfamilie durch die Stadtverwaltung immer wieder versprochen, dass die notwendigen Instandsetzungsarbeiten bald erfolgen und abgeschlossen werden. Aber dies waren immer nur vage Versprechungen, die Reparaturarbeiten dauern immer noch an, nach Angabe bis Ende April. Ähnlich verhält es sich bei der Besetzung der Stelle des Schuldirektors/-in. Zwar steht seit längerem fest, wer diese Funktion erhalten soll, jedoch wird nicht mitgeteilt, wann genau der neue Direktor/-in kommt. Die kom- missarische Schulleitung, die seit letztem Herbst im Amt ist, kann aber nicht zum Dauerzustand werden. Dies belastet zunehmend auch das Kollegium.
‚Last but not least‘ kommt dazu, dass das Schul-Sekretariat seit mehr als 4 ½ Jahren personell unterbesetzt ist und eine durchgehende Präsenz nicht gewährleistet ist.“
Zu den von Ihnen gestellten Fragen kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:
Frage 1:
Was ist die Ursache für die ständigen Verspätungen bei der Sanierung und Instandsetzung der Fachlehrsäle?
Antwort:
In den Sommerferien 2023 kam es aufgrund einer Brandstiftung zu einem massiven Wasserschaden im Fachlehrsaalbereich. Durch die Hitzeentwicklung im Chemievorbereitungsraum ist die Wasserleitung der Augendusche geschmolzen. Vom Wasseraustritt waren im Erdgeschoss insgesamt
6 Räume betroffen. Jeweils ein Vorbereitungsraum und ein Fachlehrsaalder Fachschaften Biologie, Physik und Chemie. Im Untergeschoss waren ebenfalls 6 Räume betroffen (2 Werkräume, 3 Klassenzimmer und 1 Serverraum).
Nach Freigabe der betroffenen Räume durch die Polizei und die Gutachter der Brandversicherung im Oktober 2023 erfolgten die Rückbauarbeiten und die Ermittlung des kompletten Schadensumfangs bis zu den Pfingstferien 2024 – u.a. erfolgten lärmintensive Arbeiten in den Ferienzeiten (z.B. Abbruch Estrich in den Weihnachtsferien). Die Wiederherstellung der Fachlehrsäle verzögerte sich, da während der Bauausführung wiederholt Vandalismusschäden (z.B. mutwillige Zerstörung von Lüftungsinstallationen), sowie mehrfacher Terminverzug und mangelhafte Bauausführungen bei Firmen im Bauablauf und der Montage aufgetreten sind. Die geplante Übergabe zu den Sommerferien 2025 war durch die Verzögerungen und die nachfolgende Montage der umfangreichen Laborausstattung nicht mehr möglich, die Inbetriebnahme musste auf Februar 2026 angepasst werden.
Anfang September 2025 ereignete sich ein erneuter Wasserschaden im Untergeschoss des Gebäudes. Ursache hierbei war ein undichter Verbinder an der neu gebauten Anschlussleitung eines Waschbeckens in einem Werkraum. Die geplante Nutzungsaufnahme der Klassenräume im UG zum Schuljahresbeginn 2025/26 war daher ebenfalls nicht möglich, da im betroffenen Bereich der komplette Bodenaufbau und die Gipskartonwände erneut rückgebaut und neu erstellt werden mussten. Durch sofortiges Reagieren konnte der Schadensumfang reduziert werden und der Wiederaufbau in einer sehr kurzen Bauzeit umgesetzt werden.
Frage 2:
Wann kann die Carl-Spitzweg-Realschule „verbindlich“! mit der Sanierung und Instandsetzung der Fachlehrsäle rechnen?
Antwort:
Die Fachlehrsäle im EG sind fertiggestellt. Die Einweisung und Übergabe an die Fachschaft erfolgten am 24.2.2026.
Die Unterrichtsräume im UG können seit dem 13.4.2026 wieder genutzt werden.
Frage 3:
Wann wird die Schulfamilie über die jetzt Ende April vorgesehene Fertigstellung und Einweisung der Fachlehrsäle und Vorbereitungsräume informiert?
Antwort:
Die Schulfamilie wurde jeweils frühzeitig über die wieder gegebene Nutzungsmöglichkeit der Fachlehrsäle und Vorbereitungsräume im EG und UG informiert.
Frage 4:
Was ist die Ursache für die Nichtbesetzung der Stelle der Schulleitung?
Antwort:
Die Schulleitung der städtischen Carl-Spitzweg-Realschule ging am 31.7.2025 in den Ruhestand. Eine Direktbesetzung mit einer bestimmten Person war nicht vorgesehen, sodass die Stelle fristgerecht stadtweit ausgeschrieben wurde. Aufgrund besonderer individueller Gegebenheiten bei den sich Bewerbenden kam es zu einer längeren Bearbeitungszeit im Besetzungsverfahren. Nach Klärung dieser Gegebenheiten konnte im Leistungsvergleich eine Person zur Übernahme der Schulleitungsfunktion ausgewählt werden.
Die Stelle wurde während der Vakanz in Vertretung von einem Konrektor ausgefüllt, der seinerseits zwei erweiterte Schulleitungen als Unterstützung an seiner Seite hatte.
Frage 5:
Wann ist mit einer Besetzung der vakanten Stelle der Schulleitung „verbindlich“ zu rechnen?
Antwort:
Das Stellenbesetzungsverfahren konnte zwischenzeitlich abgeschossen werden (siehe Frage 4). Die neue Schulleitung hat ihren Dienst am 13.4.2026 an der Schule aufgenommen.
Frage 6:
Was ist die Ursache für die dauerhaft mangelnde Besetzung des Sekretariats?
Antwort:
An der Städt. Carl-Spitzweg-Realschule gibt es eine Vollzeitleitungsstelle mit 39 Wochenstunden, welche seit Jahren durch zwei Personen als geteilte Sekretariatsleitungen besetzt ist. Eine Sekretariatsleitung ist ausschließlich in Remote tätig, was mit der bisherigen Schulleitung abgesprochen war. Die Beschäftigte hat gekündigt und die Stelle zum 31.3.2026 verlassen. Die zweite Sekretariatsleitung war bisher teilzeitbeschäftigtund ist seit dem 1.1.2026 in Vollzeit tätig. Die Leitungsstelle war demnach durchgehend besetzt.
Die nicht durchgängig Besetzung des Sekretariats vor Ort hatte den Hintergrund, dass eine der Sekretariatskräfte mit Genehmigung der bisherigen Schulleitung ausschließlich in Remote gearbeitet hat und bei der zweiten Sekretariatskraft temporäre Abwesenheitszeiten angefallen sind.
Frage 7:
Wie kann sichergestellt werden, dass in Zukunft eine durchgehende Präsenz im Sekretariat der Carl-Spitzweg-Realschule vorhanden ist.
Antwort:
Eine zwischenzeitlich durchgeführte stadtinterne Ausschreibung zur Besetzung des Stellenanteils der wegen Kündigung ausscheidenden Sekretariatskraft blieb mangels geeigneter Bewerbungen leider ohne Erfolg. Da nun auch die zweite Sekretariatskraft die Schule verlässt, erfolgte eine erneute Ausschreibung, diesmal in Vollzeit. Im Rahmen dieser Ausschreibung konnte eine Person für die Stelle gewonnen werden. Der Dienstantritt ist für den 1.6.2026 anvisiert.
Hierbei ist anzumerken, dass sich die personelle Ausstattung des Sekretariats an den allgemeinbildenden Schulen an der Schüler*innenzahl orientiert und die Ausstattung nach aktueller Prüfung mit einer VZÄ (Vollzeitstelle mit 39 Wochenstunden) sachgerecht ist.
Eine durchgehende Präsenz im Sekretariat bei nur einer Person kann zwar nicht in Gänze sichergestellt werden. Der neuen Schulleitung stehen aber unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, die Präsenz im Sekretariat zu steuern und die Anwesenheitszeiten zu optimieren, so z.B. feste Öffnungszeiten und Schließzeiten, eine den dienstlichen Bedürfnissen angepasste Inanspruchnahme von Homeoffice oder eine Unterstützung durch eine*n Auszubildende*n der LHM etc.
Ich bitte um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen und gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.