München geht einen wichtigen Schritt für den Schutz seiner Natur- und Artenvielfalt. Die Vollversammlung des Stadtrats hat heute beschlossen, den Landschaftsbestandteil „Weiherkette und Kalkflachmoorreste in der Moosschwaige“ als geschützten Landschaftsbestandteil auszuweisen. Damit erhalten die Flächen einen höheren Schutzstatus als das umgebende Landschaftsschutzgebiet „Aubinger Lohe und Moosschwaige mit Erweiterung“.
Bürgermeister Dominik Krause: „Wir haben mit dem neuen Stadtratsbeschluss einen wichtigen Meilenstein für den Natur- und Artenschutz erreicht und einen zusätzlichen Bestandteil der Niedermoorreste in München geschützt. Gleichzeitig profitieren die Anwohnerinnen und Anwohner – besonders im stark wachsenden neuen Stadtteil Freiham – von einem einzigartigen Erholungsgebiet.“
Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz: „Die Auszeichnung der ‚Weiherkette und Kalkflachmoorreste in der Moosschwaige‘ als geschützter Landschaftsbestandteil ist ein riesiger Erfolg für den Natur- und Artenschutz in unserer Stadt. Das bedeutet, dass nun über 50 seltene Tier- und fast 70 seltene Pflanzenarten einen besonders konsequenten Schutz erfahren. Zum Beispiel ist hier die gefährdete Bayerische Quellschnecke zu Hause, die sehr empfindlich auf Veränderungen in ihrem Lebensraum reagiert und für die wir wegen ihres engen Verbreitungsgebietes eine besonders hohe Schutzverantwortung haben. Mit dem Alpen-Fettkraut, dem Karlszepter und dem Fleischfarbenen Knabenkraut blühen in den Resten dieses entwässerten Niedermoors seltene und gefährdete Pflanzenarten. Auch weniger bedrohte Arten im Gebiet wie Schilfrohrsänger, Teichhuhn, Ringelnatter und die Blauflügel-Prachtlibelle erleben nun einen erhöhten Schutzstatus. Aber nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt darf sich freuen: Auch die Bewohner*innen des neuen Stadtteils Freiham profitieren von dem nahegelegenen Erholungsgebiet auf naturverträgliche Weise.“
Der Landschaftsbestandteil „Weiherkette und Kalkflachmoorreste in der Moosschwaige“ befindet sich etwa 1,5 Kilometer westlich von Aubing und etwa 2,5 Kilometer nordwestlich des neuen Stadtviertels Freiham. Er ist Teil des Landschaftsschutzgebietes „Aubinger Lohe und Moosschwaige mit Erweiterung“, 6,88 Hektar groß und besteht aus den Resten eines entwässerten Niedermoores. Zum neuen Landschaftsbestandteil gehören der Erlbach, die Weiherkette und Reste von Kalkflachmoorwiesen. Diese beheimaten Lebensräume wie stehende Gewässer, Verlandungszonen, Ufergebüsche, Schilfröhricht, Sumpfquellen, Pfeifengraswiesen und Hochstaudenfluren, in denen eine Vielzahl an seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten optimale Bedingungen vorfindet.
Das Ziel der Ausweisung als geschützter Landschaftsbestandteil ist es, die wertvollen Gewässer und Niedermoorflächen über den bereits bestehenden Schutz hinaus zu bewahren und die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und zu fördern. Der Erholungsverkehr kann – besonders vor dem Hintergrund des wachsenden neuen Stadtteils Freiham – überdies besser im Sinne eines gedeihlichen Miteinanders von Mensch, Tier und Pflanzen reguliert werden.
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