Nutzung des Dante-Sommerbads
Antrag Stadtrats-Mitglieder Leo Agerer, Sabine Bär, Delija Balidemaj, Michael Dzeba, Ulrike Grimm, Dr. Michael Haberland, Hans-Peter Mehling und Alexander Reissl (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 2.7.2025
Antwort Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft:
In Ihrem o.g. Antrag fordern Sie die SWM auf, die Schlechtwetterregelung, d.h. die Begrenzung der Freibadöffnung auf mindestens 20 Grad Außentemperatur, aufzugeben. Gleichzeitig soll ein ganzjähriger Weiterbetrieb des Stadionbereiches uneingeschränkt angestrebt werden. Darüber hinaus fordern Sie, dass so lange die Schlechtwetterregelung noch besteht, auf der Website genauso prominent und klar über die Öffnung des Stadionbereichs informiert werden soll wie über die Schließung des Freibads. Der Begriff „Stadionbereich“ soll leicht verständlich definiert werden. Das Konzept „Automaten gegen Personalmangel“ am Eingang Postillonstraße soll zugunsten der Wiedereröffnung des Eingangs an der Dantestraße in alter Form aufgegeben werden. Ferner soll der Weiterbetrieb des Sommerbads mit der Wiedereröffnung von mindestens einem der zwei Eingänge an der Dantestraße zusätzlich zum Eingang an der Postillonstraße erfolgen.
Diese Angelegenheit fällt in den operativen Geschäftsbereich der Stadtwerke München GmbH, Ressort Bäder (M-Bäder). Eine beschlussmäßige Behandlung der Angelegenheit im Stadtrat ist deshalb rechtlich nicht möglich. Daher erlaube ich mir, Ihren Antrag als Brief zu beantworten.
Wir haben die Abteilung Bäder der Stadtwerke München GmbH sowie das Baureferat der Landeshauptstadt München um Stellungnahme gebeten und können Ihnen Folgendes mitteilen:
Das Prinzregentenbad, das Schyrenbad und das Naturbad Georgenschwaige haben unabhängig vom Wetter bis 19 Uhr geöffnet. Der Stadionbereich im Dantebad steht wie gewohnt bis 23 Uhr zur Verfügung. Analysen und Statistiken zeigen, dass die Besucherzahlen bei schlechtem Wetter oder niedrigen Temperaturen deutlich zurückgehen. Aufgrund des Betriebs von sieben Freibädern, acht Hallenbädern und acht Saunen hat dies große Auswirkungen auf die Planung und Koordination der Personalressourcen. Die wetterabhängige Öffnungsregelung wird deshalb seit mehreren Jahren angewendet, um das Personal in der Freibadsaison effizient einsetzen zu können.Zur Kommunikation erklärt die M-Bäder, dass alle tagesaktuellen Informationen auf der Homepage des Dantebads bereitgestellt werden. Im oberen Bereich der Seite werden sämtliche Hinweise, einschließlich Schließzeiten des Freibads und des Saunabereichs, angezeigt. Die Anregung, die Hinweise zur Schlechtwetterregelung noch deutlicher hervorzuheben, wird aufgegriffen und soll umgesetzt werden, um die Öffnungszeiten so transparent und leicht zugänglich wie möglich darzustellen.
Der beantragte automatische Zugang am Sommerbadeingang Dantestraße (Kassenautomat mit Drehkreuz) wurde bereits geprüft. Wegen der abgelegenen Lage müsste das Drehkreuz übersteigsicher gebaut werden, was einen aufwändigen und kostenintensiven Eingriff in das Bestandsgebäude erfordert. Die hohe Investition steht laut M-Bäder nicht im Verhältnis zur geringen Anzahl an Nutzungstagen. Bei Problemen könnte nicht schnell geholfen werden, da kein Personal in der Nähe wäre. Eine betriebssichere Nutzung wäre nur mit zusätzlichem Personal möglich. Das Personal wird jedoch an den beiden Kassen an der Postillonstraße benötigt. Als Kompromiss können Badegäste den Bereich Dantestraße während der Sommersaison weiterhin als Ausgang nutzen, was ohne Umbau möglich ist.
Die Angaben zum Parksuchverkehr decken sich laut M-Bäder nicht mit den eigenen Beobachtungen. Im Regelbetrieb stehen an der Postillonstraße ausreichend Parkplätze zur Verfügung; im Hochbetrieb ist die Parksituation im gesamten Gebiet angespannt. Rund 70% der Besucher*innen kommen mit Fahrrad, zu Fuß oder mit dem ÖPNV.
Das Baureferat weist darauf hin, dass der BA 10 in Absprache mit dem BA 09 bereits einen ähnlichen Antrag (20-26/B 07550) gestellt hat. Im Antwortschreiben vom 26.5.2025 wurde vorgeschlagen, am Eingang des Bads auf zwei Kfz-Parkplätzen „Duales Parken“ einzurichten, also eine saisonale Umwandlung in Fahrradabstellflächen. Diese sollen nur markiert und nicht mit Anlehnbügeln versehen werden, damit sie im Winter wieder als Kfz-Parkplätze genutzt werden können. Das Mobilitätsreferat sieht darin einen guten Kompromiss zwischen Kfz- und Fahrradparken und stimmt zu, die Situation nach Einrichtung des Dualen Parkens im Sommer 2026 zu beobachten.
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft schließt sich den Stellungnahmen der Stadtwerke München GmbH, Ressort Bäder, sowie des Baureferats an. Der geäußerte Wunsch nach einer weitergehenden Öffnung und einer Wiederinbetriebnahme des Sommerbadeingangs an der Dantestraße ist gut nachvollziehbar; wir bedanken uns ausdrücklich für den eingebrachtenVorschlag. Zugleich bedauern wir, dass die gewünschten Maßnahmen aufgrund der dargelegten fachlichen und betrieblichen Gründe derzeit nicht umgesetzt werden können. Wir hoffen, dass die dargestellten Hintergründe die Entscheidung transparent und nachvollziehbar machen.
Ich bitte Sie, von den vorstehenden Ausführungen Kenntnis zu nehmen und hoffe, dass Ihr Antrag zufriedenstellend beantwortet ist und als erledigt gelten darf.