Abkühlung durch die Feuerwehr
Antrag Stadträte Fabian Ewald und Jens Luther (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 27.8.2025
Antwort Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller:
Vielen Dank für Ihren Antrag vom 27.8.2025.
Sie beantragen, dass die Hauptabteilung IV des Kreisverwaltungsreferates, Branddirektion, die Voraussetzungen dafür schafft, dass sie an heißen Sommertagen mit ihren Fahrzeugen Wassersprühnebel in besonders von Hitze betroffenen Straßenzügen verbreiten kann.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, teilen wir Ihnen auf diesem Wege zu Ihrem Antrag Folgendes mit:
Wasserabgabe im Fahrbetrieb:
Das im Stadtratsantrag abgebildete Foto aus Prag zeigt offensichtlich die Wasserabgabe im Fahrbetrieb, die sog. „Pump-and-Roll“ Technik. Diese wird überwiegend bei der Bekämpfung von Flächen- und Waldbränden eingesetzt, um einen Brandabschnitt während der Fahrt innerhalb von kurzer Zeit zu bekämpfen.
Weder die aktuelle Generation der Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF) noch die kommende dritte Generation verfügen über eine Pump-and-Roll-Funktion, die eine Wasserabgabe bei langsamer Fahrt ermöglicht, wie sie die Feuerwehr gelegentlich bei ausgedehnten Vegetationsbränden benötigt. Auch verfügen die Feuerwehrfahrzeuge in München über keine Sprüheinrichtungen für die vorgesehene Wasserabgabe.
Der Beschaffungsstand der neuen Fahrzeuggeneration ist zudem bereits so weit fortgeschritten, dass der Einbau von Pump & Roll-Technik, wie auch eine Verrohrung sowohl technisch als auch vergaberechtlich nicht mehr möglich ist.
Hygieneaspekte
Wenn im Sommer durch Wassersprühnebel in den Straßen für Abkühlung gesorgt werden soll, so ist auch zu erwarten, dass Personen den Wassersprühnebel auch zur direkten Abkühlung nutzen. So wären bei einer entsprechenden Planung die Hygieneanforderungen gemäß Trinkwasserverordnung anzuwenden, die die Feuerwehr nicht erfüllen kann.Das Wasser befindet sich dauerhaft in den Löschwassertanks, so dass es, wie Untersuchungen zeigen, tatsächlich verkeimt.
Auch die Schläuche und Armaturen müssten regelmäßig gereinigt und hygienisch einwandfrei gehalten werden. Auch wird bei der Feuerwehr München bei Brandeinsätzen Schaummittel als Netzmittel eingesetzt. Dabei kommen die Schläuche und auch die angeschlossenen Armaturen mit einem Schaummittel-Wassergemisch in Kontakt, so dass auch dadurch die Trinkwasserqualität bei der Wasserabgabe nicht sichergestellt werden kann.
Die Sicherstellung von Trinkwasserqualität bei Löschfahrzeugen durch regelmäßige Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen ist aufgrund des Aufwandes leider betrieblich nicht umsetzbar.
Personelle Rahmenbedingungen
Die personelle Situation im Einsatzdienst würde selbst bei vorhandenen technischen Rahmenbedingungen keine zusätzlichen Aufgaben außerhalb der originären Zuständigkeit des Art. 4 BayFwG zulassen.
Daher ist der geplante Einsatz der Feuerwehr für Abkühlmaßnahmen an heißen Tagen in der Stadt in der beschriebenen Form leider nicht möglich.
Um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Ich gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.