Neue Gestaltung des Marienhofs frühzeitig planen
Antrag Stadtrats-Mitglieder Andreas Babor, Sabine Bär, Delija Balidemaj, Michael Dzeba, Dr. Michael Haberland, Hans Hammer, Heike Kainz,
Hans-Peter Mehling und Manuel Pretzl (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 8.7.2025
Antwort Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer:
Im oben genannten Antrag vom 8.7.2025 haben Sie Folgendes beantragt:
„Die Landeshauptstadt München (LHM) prüft, ob die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbes um den Marienhof nach heutigen Ansprüchen weiterentwickelt werden können, oder ein neuer Wettbewerb erfolgen kann. Dabei soll als notwendiges Kriterium aufgenommen werden, dass auch die Fläche in der Mitte des Marienhofes mit Bäumen begrünt wird. Ggf. soll auch blaue Infrastruktur über Brunnen oder ähnliches ergänzt werden.“
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, erlauben wir uns, Ihren Antrag mit Schreiben zu beantworten und teilen Ihnen Folgendes mit:
Zur Oberflächengestaltung des Marienhofs wurde ein internationaler Wettbewerb durchgeführt, mit dem Ziel, ein umfassendes Gestaltungskonzept für diesen zentralen Ort in unmittelbarer Nähe des Rathauses zu erhalten. Dies geschah bereits 2006, um die technischen Planungen der Deutschen Bahn AG für die zukünftige S-Bahnhaltestelle „Marienhof“ frühzeitig an den Wünschen und dem Bedarf der Landeshauptstadt München auszurichten.
Das Preisgericht wählte einstimmig den Entwurf von bbz landschaftsarchitekten aus (vgl. Beschluss des Bauausschusses vom 16.1.2007 (Sitzungsvorlage Nr. 02-08/V 09368).
Im Preisgericht waren u.a. alle großen Fraktionen des Stadtrates (SPD, CSU und Bündnis90/die Grünen) sowie die DB und hochkarätige Fachleute vertreten.
Die Deutsche Bahn AG hat mittlerweile auf Basis des vorliegenden Wettbewerbsergebnisses die technischen Einbauten, Zugangsbauwerke und Fluchtwege etc. entsprechend der vorliegenden Oberflächengestaltung geplant und durch das Eisenbahnbundesamt genehmigen lassen. Die Gestaltung der Oberfläche ist somit integraler Bestandteil der umfassenden Planung für die neue S-Bahnhaltestelle am Marienhof.
.jpg)
Die vorliegende Planung erfüllt nach wie vor alle notwendigen gestalterischen, funktionalen, klimatischen und ökologischen Anforderungen.
So ist die Pflanzung von 57 hoch aufgeasteten Großbäumen in einem Karee vorgesehen, die künftig Schatten spenden und zur Abkühlung des Mikroklimas in diesem stark versiegelten Altstadtbereich beitragen werden. Bereits 15 Jahre nach der Pflanzung werden die Baumkronen einen Verschattungsgrad von 50% erreichen.
Innerhalb des Baumkarees sieht der Entwurf eine barrierefrei zugängliche Rasenfläche vor, die Raum für verschiedene Freizeitaktivitäten wie Spielen, Sport, Liegen oder Sitzen im Freien bietet.
Diese Nutzung hat sich bereits vor Beginn der Baumaßnahmen zur zweiten Stammstrecke sehr erfolgreich an diesem Ort bewährt.
Darüber hinaus wird derzeit die Stärkung der innerstädtischen grün-blauen Infrastruktur durch einen Brunnen untersucht. Ebenso behält das Baureferat die Anforderungen der Grünstruktur bzgl. der Klimaanpassung weiter im Blick. Es ist jedoch zu beachten, dass die großflächige Unterbauungmit dem U-Bahn-Sperrengeschoss und dem neuen S-Bahn-Tiefbahnhof
die gestalterischen Möglichkeiten an der Oberfläche aufgrund statischer Anforderungen und technischer Notwendigkeiten, wie z.B. der Einführung von Versorgungsleitungen, einschränkt.
Sollte die bestehende Planung zu Gunsten einer neuen Planung verworfen werden, wären hohe bereits ausgegebene Planungs- und Wettbewerbskosten verloren.
Da das prämierte Konzept in enger Abstimmung mit der Planung des Haltepunktes optimiert wurde und dieses allen aktuellen Anforderungen an die Nutzung, Gestaltung und klimatischen Herausforderungen begegnet, ist eine Neuplanung derzeit nicht zielführend.
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft hat dieses Antwortschreiben mitgezeichnet.
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass der Antrag damit abschließend behandelt ist.