Über herausragende Bedingungen können sich die Münchner Farbe Schulen am neuen Schulstandort in Neuperlach freuen. Auf mehr als 11.000 Quadratmetern Nutzfläche bietet der fünfgeschossige Neubau erstmals die Möglichkeit, die dazugehörigen Fach-, Berufs- und Meisterschulen mit ihren 13 Aus- und Weiterbildungsgängen sowie die jeweiligen Spezialwerkstätten, integrierten Fachunterrichtsräumen, Hallen und Ausstellungsflächen unter einem Dach zu vereinen. Traditionelle Handwerke wie die Kirchenmaler*innen, Vergolder*innen und Wachsbildner*innen finden in dem tageslichtdurchfluteten Gebäude von v-architekten (Köln) gleichermaßen ideale Voraussetzungen wie die mit modernstem Equipment arbeitenden Maler*innen und Lackierer*innen, Farb- und Lacktechniker*innen, Schilder- und Lichtreklamehersteller*innen und die Fahrzeuglackierer*innen. Gestern feierte die Schulfamilie gemeinsam mit Bürgermeisterin Verena Dietl, Stadtschulrat Florian Kraus und Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer die offizielle Eröffnung.
Oberflächen und Farben bilden die DNA der 13 Aus- und Weiterbildungsgänge der Münchner Farbe Schulen – Oberflächen und Farben prägen auch den lichten Schulbau, den die Schule zum Schuljahr 2025/2026 an der Carl-Wery-Straße 41 bezogen hat. Schon beim Betreten des Schulgebäudes blickt man auf ein großformatiges Wandbild aus polierten Edelstahlplatten, auf denen geometrische Formen in grellen Farben aufgebracht sind. „Test Pattern“ nennt es der Künstler Wawrzyniec Tokarski, der es im Rahmen des Münchner Kunst-am-Bau-Programmes „QUIVID“ konzipiert und mit Schüler*innen der Münchner Farben Schule umgesetzt hat. Ein zweites Wandbild vergleichbarer Größe und Beschaffenheit prägt den luftigen Innenraum des Gebäudes.
Einen starken Kontrast zu dem mit Sichtbeton puristisch gestalteten Gebäudeinneren bildet auch das rot durchgefärbte Treppenhaus. Wie ein massiver Querriegel begrenzt es den offenen Innenraum und erschließt die umlaufenden Galerien auf jedem Geschoss.
Schulsporthalle, Mensa und Aufenthaltsbereiche
Der von außen unauffällige Schulneubau ist ein kompakter, länglicher Baukörper mit fünf Vollgeschossen und zwei Untergeschossen. Im multifunktionalen Erdgeschoss befinden sich gemeinschaftliche und repräsentative Bereiche, darunter ein Speisesaal mit angeschlossener Küche, ein Mehrzweckraum sowie eine Pausen- und Ausstellungshalle. Außerdem liegt hier eine Lackierhalle, die von mehreren Fachbereichen genutzt wird. Unterirdisch befindet sich eine Zweifachsporthalle, die über umlaufende Lichtschächte natürlich belichtet ist. In den vier Obergeschossen liegen die Unterrichtsbereiche, darunter Fachunterrichtsräume, Räume mit Malerkojen, Schleif- und Plotterräume, Modellier- und andere Werkstätten sowie EDV-Räume und Lehrerzimmer der einzelnen Fachbereiche. Anspruch an den Schulstandort war, Synergien zwischen den Fachbereichen zu ermöglichen, die Ausbildungsbedingungen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen und eine ganztägige Aufenthaltsqualität herzustellen. Auch für die individuelle Förderung der Schüler*innen bietet der Schulstandort mit seinem erweiterten Platzangebot optimale Voraussetzungen, betont Schulleiterin Miriam Maier: „Durch das Nebeneinander von Werkstätten, Integrierten Fachunterrichtsräumen und Klassenzimmern können unsere Lehrkräfte die Klassen viel besser aufteilen und die Lernenden entsprechend ihrer spezifischen Bedarfe fördern. Diese Gleichzeitigkeit ist sehr bereichernd, ebenso wie der unkomplizierte tägliche Austausch zwischen Werkstattleitungen und Fachlehrkräften.“
Angebote für jedes Bildungsniveau
Am neuen Schulstandort in Neuperlach wird die gesamte Bildungsbreite der beruflichen Schulen abgebildet. Von dem einjährigen Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) für junge Menschen ohne formalen Schulabschluss über die Bandbreite der Ausbildungsberufe bis hin zu den einjährigen Meisterschulen zum Bachelor Professionell oder sogar Master Professionell. Berufliche Bildung zeigt sich hier als Vehikel gesellschaftlicher Integration, als Ort höchster handwerklicher Expertise und auch kultureller Identität. So zählen seit 2023 die „Mal-, Fass- und Vergoldetechniken der Kirchenmalerei und des Vergoldens“ zum bundesweiten UNESCO-Kulturerbe. Mit der Städtischen Meisterschule für das Vergolderhandwerk bietet München deutschlandweit die einzige Meisterschule in diesem Traditionshandwerk. Teil dieser kulturell bedeutsamen Handwerkswerkstradition sind auch die ebenfalls an der Münchner Farbenschule angebotenen Ausbildungsgänge zur Vergolder*in, zur Kirchenmaler*in und zur Kerzenhersteller*in.
Seit mehr als zehn Jahren: Münchner Bildungsbauoffensive
Die Bauzeit für den beruflichen Schulbau betrug vier Jahre, den Budgetrahmen von 128 Millionen Euro gab der Stadtrat 2017 im Rahmen des 2. Schulbauprogramms dem Baureferat frei. Seit 2014 setzt die Stadt München mit über 8,7 Milliarden Euro für 110 Schul- und 99 Kitabauprojekte das größte kommunale Bildungsbauprogramm Deutschlands um. Neben dem Bau von Gymnasien, Grund-, Mittel und Realschulen sowie beruflichen Schulen, Kindertageseinrichtungen, Sportanlagen und Pavillonanlagen stehen zahlreiche Erweiterungen und Sanierungen von bestehenden Schulgebäuden und Kindertagesstätten an.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Von Unesco-Kulturerbe bis Ausbildung auf dem neuesten Wissenstand mit aktuellster Technik: München setzt mit dem neuen Berufsschulzentrum für Farbe und Gestaltung Maßstäbe – für den Wirtschaftsstandort München, für die duale Berufsbildung und Innovationsfähigkeit in unserer Stadt. Der Mangel an Fachkräften ist das, was unsere Münchner Betriebe am stärksten umtreibt. Mit diesem farbenfrohen Bildungsort präsentieren wir eine wahrlich leuchtende Gegenmaßnahme.“ Stadtschulrat Florian Kraus: „Das berufliche Schulwesen ist ein Aushängeschild Münchens. Mit diesem Neubau stärken wir die duale Ausbildung nachhaltig und sichern Spitzenbildung für kommende Generationen. Gleichzeitig wird die beeindruckende Vielfalt unserer Handwerksberufe sichtbar – als Fundament unserer Wirtschaft und Hüter unseres kulturellen Erbes.“
Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Schulen zu bauen heißt für die Zukunft zu bauen, für sozialen Zusammenhalt und Zukunftschancen. Das neue Städtische Berufliche Schulzentrum für Farbe und Gestaltung bietet diese seinen Schülerinnen und Schülern. Und das in einem ansprechenden Umfeld, das für die speziellen Anforderungen der dort untergebrachten Schulen die speziellen technischen und statischen Anforderungen erfüllt. Der Neubau ist außerdem ökologisch durchdacht, flächenschonend geplant und bietet hohe Aufenthaltsqualität.“ Schulleiterin Miriam Maier: „Der Schulhausneubau ist ein Meilenstein für die Münchner Farbe Schulen. Hier wurden nicht nur Räume zum Lernen, sondern auch Orte der Begegnung und Inspiration geschaffen. Besonders stolz sind wir auf die hochwertig ausgestatteten Werkstätten, die unser Schulhaus zu einem Kompetenzzentrum für die Vermittlung von tradierten Techniken als auch den zunehmend digitalen Anforderungen von Handwerk und Industrie machen. So fördern wir die Talente aller Schüler*innen und bereiten sie optimal auf die Herausforderungen der Zukunft vor. Mein Dank gilt insbesondere dem gesamten Kollegium der Münchner Farbe Schulen, durch deren Engagement und pädagogischen Ideenreichtum das Gebäude zum Leben und einer Bildungseinrichtung mit bundesweiter Bedeutung wird.“
Übersicht über die beruflichen Schulen am Standort Carl-Wery-Straße 41 mit ihren Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Städtische Fachschule für Farb- und Lacktechnik: Staatlich Geprüfter Farb- und Lacktechniker, HWK-Meister*in: Maler und Lackierer / Fahrzeuglackierer, Schilder- und Lichtreklamemeister und gebundene Hochschulreife
- Städtische Meisterschule für das Vergolderhandwerk: Vergoldermeister*in und Kirchenmaler*in
- Städtische Meisterschule für das Maler- und Lackiererhandwerk: Maler- und Lackierermeister*in
- Städtische Berufsschule für Farbe und Gestaltung: Fahrzeuglackierer*in, Maler*in und Lackierer*in Fachrichtung Gestaltung und Instandsetzung, Maler*in und Lackierer*in Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege, Vergolder*in,Gestalter*in für visuelles Marketing, Schilder- und Lichtreklamehersteller*in und Kerzenhersteller*in und Wachsbildner*in.
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Eröffnung der Münchner Farbe Schulen mit (v.l.) Obermeister Andreas Romanow von der Maler und Lackierer Innung Region München, Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer, Bürgermeisterin Verena Dietl, Schulleiterin Miriam Maier und Stadtschulrat Florian Kraus (Foto: Tobias Hase/LHM)
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