Das Lenbachhaus, das Münchner Stadtmuseum, das Museum Villa Stuck, das Jüdische Museum München, das NS-Dokumentationszentrum und das Valentin-Karlstadt-Musäum sind die Museen der Stadt München. Gemeinsam haben sie jetzt dem Kulturausschuss des Stadtrats einen Ausblick auf ihre kommenden Ausstellungen gegeben.
- Das Lenbachhaus eröffnet das Jahr mit der klassischen Moderne: Ab 10. März zeigt die Ausstellung „Über die Welt hinaus“ den Blauen Reiter als internationales Netzwerk, das Kunst neu dachte und gesellschaftliche Impulse setzte. Zu sehen sind etwa 150 Werke, darunter zahlreiche Schlüsselwerke sowie bedeutende Neuzugänge.
Der Künstler Franz Wanner (geboren 1975 in Bad Tölz) interessiert sich für die Lücke zwischen Realität und Selbstdarstellung der Bundesrepublik. Die Ausbeutung von Arbeitskraft ist das zentrale Thema seiner Ausstellung „Eingestellte Gegenwarten“ ab 24. März.
Chronologisch an den Blauen Reiter anknüpfend zeigt die Ausstellung „Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik“ ab 12. Mai anhand konkreter Geschichten und greifbarer Details die verschütteten Möglichkeiten der Weimarer Republik: Neue Rollenbilder, politische Spannungen, Populärkultur und technische Innovationen prägen eine Zeit gesellschaftlicher Umbrüche.
Im Sommer lädt das Lenbachhaus in den Garten. Unter dem Titel „Buntes Garten Cioa“ gibt es Performances, Workshops, Lesungen, Konzerte und Karaoke. Den Herbst und Winter beschließt das Museum mit einer Neuentdeckung für die westliche Kunstwelt, der surrealistischen Künstlerin Maria Jarema (1908-58) aus Polen. Die erste Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland präsentiert ihr Werk im Umfeld von Theaterpraxis, surrealistischer Strömungen und politischem Aktivismus.
- Im Museum Villa Stuck finden zwischen 2. März und 13. Mai Arbeiten des zweiten Bauabschnitts der Sanierung statt: die Sanierung der Säulen und der farbigen Reliefs in der gartenseitigen Veranda, die Restaurierung aller Gartenskulpturen und Reliefs sowie die Neubepflanzung des Künstlergartens, die Neugestaltung des Museumsfoyers und die Inbetriebnahme der Museumsgastronomie und eines neuen Vortragsraums im
Untergeschoss für Gespräche, Filmscreenings und weitere Formate. Am 14. Mai eröffnet das Museum Villa Stuck pünktlich zu „Various Others“ mit folgenden Ausstellungen: „Ilit Azoulay. No Single View”, „Delschad Numan Khorschid und Jan-Hendrik Pelz. Zehn Leben“, „Franz von Stuck. Damenporträt à la japonaise“ (Arbeitstitel) sowie einer Ausstellung über Philipp Messner.
- Das ganze Jahr über ist die Interimsausstellung des Münchner Stadtmuseums im eigens dafür umgebauten Erdgeschoss des Zeughauses geöffnet: „What the City. Perspektiven unserer Stadt“ bringt aktuelle stadtgeschichtliche Themen aus fast allen Sammlungen des Hauses zusammen und ist kosten- und barrierefrei zugänglich.
Das Filmmuseum zeigt Retrospektiven und besondere Filmreihen, darunter eine Reihe zur Geschichte des Puppentrickfilms.
In Kooperation mit dem Deutschen Museum geht am 5. März eine digitale Präsentation online, in der historische Industrieerzeugnisse mit ihren Werbeplakaten kombiniert werden.
Die mittlerweile dritte Staffel des Podcasts „Zeitschleifen“ erscheint im April und widmet sich dem Thema Provenienzforschung.
Die Sammlungen Fotografie und Puppentheater/Schaustellerei präsentieren während des Oktoberfests die Ausstellung „Jedes Bild ein Treffer! Fotografie auf dem Jahrmarkt“ im Museumszelt der Oidn Wiesn.
- Das Jüdische Museum München eröffnet am 28. April die Ausstellung „Yalla. Arabisch Jüdische Berührungen“, die in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems entstanden ist und ausgewählte Künstler*innen jüdischer Herkunft präsentiert, deren Biografien und Perspektiven sich im Kontext arabisch-jüdischer Identitäten verorten lassen. Vielfältige Vermittlungsprogramme werden 2026 unterschiedliche Zielgruppen erreichen, darunter fremdsprachige Angebote zur Ausstellung „Yalla“, Angebote zu religionssensibler Vermittlung für Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal sowie Kinderworkshops und inklusive Angebote.
- Auch 2026 werden die Bildungsangebote am Erinnerungsort Olympia-Attentat München 1972 weiterentwickelt, denn das Interesse an den Ereignissen der 1960er- und 1970er-Jahre ist seit der Eröffnung 2017 unvermindert hoch. Das Programm greift die Themen der Ausstellung „Yalla“ auf und beleuchtet Facetten von arabisch-jüdischen Berührungen in Geschichte und Gegenwart.
- Die Frage „Was ist Erinnerung? “ – in der Kunst, in den Dingen und Objekten, in einer postmigrantischen Gesellschaft, in Zeiten des Krieges und des Rechtsrucks – beschäftigt das NS-Dokumentationszentrum 2026 insbesondere mit Blick auf die Perspektiven von Kindern und Familien, die den Nationalsozialismus und den Holocaust erlebt haben. Im Oktober eröffnet dazu die Ausstellung „Das Klassenfoto“, die anhand eines Fotos aus dem Jahr 1937 einer dritten Klasse der Jüdischen Volksschule München die Lebenswege der abgebildeten Kinder nachzeichnet. Die beiden aktuell laufenden Ausstellungen, die Objektinstallation „Erinnerung ist ...“ und die Ausstellung zeitgenössischer Kunst „... damit das Geräusch des Krieges nachlässt, sein Gedröhn“ sind noch bis 10. Mai beziehungsweise 12. Juli zu sehen.
- Die Wiederöffnung des Valentin-Karlstadt-Musäums im Sommer bildet den Höhepunkt des Jahres für das Valentin-Karlstadt Musäum. Verbunden mit dem Sommerfest im Innenhof des Isartors wird das Musäum in einem feierlichen Rahmen am 9./10. Juli wieder für das Publikum geöffnet. Die Besucher*innen erwartet eine komplett neu gestaltete Dauerausstellung zu Liesl Karlstadt. Sie zeigt die außergewöhnliche Frauenbiographie von Liesl Karlstadt, ihr Wirken als Künstlerin im Duo mit Karl Valentin und solo, wie ihr Leben jenseits aller Konventionen.
Die Dauerausstellungen zu Karl Valentin und den Münchner Volkssängern erscheinen mit neuen Perspektiven. Erstmals werden Original-Requisiten aus dem Valentin-Nachlass in Köln präsentiert. Vervollständigt wird das Programm durch die Sonderausstellungen Sternenstaub und Meeres-
grund von Miriam Frank und Philipp Liehr und Valentin im Kreuzfeuer der Pressezeichner, anlässlich des 75. Todestages von Walter Trier. Veranstaltungen wie „Märchen auf Bairisch“ mit Stefan Murr und Heinz-Josef Braun erwecken das Turmstüberl zum Leben.
Weitere Informationen im Internet unter www.lenbachhaus.de, www.muenchner-stadtmuseum.de, www.villastuck.de, www.juedisches-museum-muenchen.de, www.nsdoku.de und www.valentin-karlstadt-musaeum.de.