Die Deutschförderoffensive für Auszubildende mit Migrationshintergrund an der Städtischen Berufsschule für das Hotel-, Gaststätten- und Braugewerbe wird ab dem Schuljahr 2026/2027 fortgesetzt. Das haben der Sozialausschuss und der Bildungsausschuss des Stadtrats in der heutigen gemeinsamen Sitzung beschlossen.
Der Stadtrat hatte die Deutschförderoffensive 2024 als Pilotprojekt beschlossen, das ab September 2024 für zunächst zwei Schuljahre umgesetzt wurde. Die Sprachförderung ist hierbei in den regulären Stundenplan integriert, alle Schüler*innen werden vorher hinsichtlich ihrer Sprachkenntnisse eingeschätzt. Neben dem Deutschunterricht beinhaltet die Maßnahme zusätzlich die sozialpädagogische Betreuung der Schüler*innen. Ziel ist es, Ausbildungsabbrüche und damit den Verlust qualifizierter Fachkräfte zu vermeiden.
Insgesamt konnten in den beiden Schuljahren rund 440 Schüler*innen von dem passgenauen Angebot profitieren. Im laufenden Schuljahr sind an der Berufsschule 2.394 Schüler*innen eingeschrieben, knapp die Hälfte hat einen Migrationshintergrund.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Die Deutschförderoffensive ist ein sehr gutes Beispiel für ein ergänzendes Angebot, das sich durch Passgenauigkeit und eine hohe Bedarfsorientierung auszeichnet und mit dem die Landeshauptstadt auch Lücken im bundfinanzierten Angebot ausgleicht. Neben der Sprachförderung werden die Schüler*innen auch bei ihrer Integration im schulischen Umfeld und im Ausbildungsbetrieb unterstützt. Durch diese Kombination wirken wir gezielt Ausbildungsabbrüchen entgegen und gewinnen Fachkräfte in Mangelberufen.“
Die steigende Zahl von Auszubildenden, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, stellt die städtischen Berufsschulen vor erhebliche Herausforderungen. Angebote wie zusätzliche Nachhilfe, Sprachkurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) oder geteilter Unterricht konnten die Sprachkenntnisse der Schüler*innen nicht im erforderlichen Maß verbessern.
Stadtschulrat Florian Kraus: „Die Sprachförderung in den regulären Stundenplan zu integrieren und mit sozialpädagogischer Betreuung zu ergänzen, hat ihre Wirksamkeit stark erhöht. Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Pilotprojektes an der Städtischen Berufsschule für das Hotel-, Gaststätten- und Braugewerbe. Die Deutschförderoffensive ist ein guter und wirtschaftlich sinnvoller Weg, berufliche Schulen als Ort der Integration und der Fachkräftegewinnung weiter zu stärken.“