Das Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, zeigt von 3. März bis 30. Mai eine große Retrospektive zur französischen Autorenfilmerin Agnès Varda. Die Reihe beginnt mit ihrem letzten Film „Varda par Agnès“, einer Art künstlerisches Testament, und folgt dann ihrem Filmschaffen überwiegend chronologisch. In insgesamt 28 Programmen werden Vardas Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme sowie drei Filme ihres Mannes Jacques Demy. Alle Filme laufen in der französischen Originalfassung mit deutschen oder englischen Untertiteln.
Spielfilmregisseurin, Dokumentaristin, Installationskünstlerin und Filmtheoretikerin: Agnès Varda (30. Mai 1928 bis 29. März 2019) ist eine der großen Künstlerpersönlichkeiten der Filmgeschichte, deren Werk sieben Jahrzehnte umspannt. Im Februar 2019, kurz vor ihrem Tod, erhielt sie die Berlinale Kamera als Auszeichnung für ihr filmisches Schaffen. Varda gehörte unter anderem zusammen mit Jean-Luc Godard und François Truffaut im weitesten Sinne zur Nouvelle Vague – stand als einzige filmende Frau mit Mut zum Experiment jedoch nie im Zentrum der Gruppierung. Ihr Kino ist offen und erfinderisch, oft autobiografisch und stets changierend zwischen Formen, Formaten und Gattungen.
In der Retrospektive werden sowohl Agnès Vardas Spielfilme wie „Cleo – Mittwoch zwischen 5 und 7“, ein Klassiker des modernen Kinos, und „Vogelfrei“ mit Sandrine Bonnaire zu sehen sein, als auch selbstreflexive dokumentarisch-experimentelle Werke wie „Die Sammler und die Sammlerin“, bei dem sie erstmals digital filmte. Den Abschluss bildet ihre letzte Zusammenarbeit mit dem Street Art-Künstler J.R. und ihrem berührenden gemeinsamen Projekt „Visages villages“, der die Retrospektive genau an Vardas Geburtstag am 30. Mai beschließt. Infos zu allen Filmen und alle Termine der Reihe finden sich unter http://www.muenchner-stadtmuseum.de/sammlungen/filmmuseum/filmreihen/agnes-varda.
Der Eintritt ins Filmmuseum kostet 5 Euro beziehungsweise 3 Euro bei Mitgliedschaft im Förderverein MFZ. Aufschlag bei Überlänge. Der Kartenvorverkauf ist sieben Tage im Voraus online oder an der Abendkasse möglich, die 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn öffnet. Es gibt keine Reservierungen. Das Kino des Filmmuseums ist rollstuhlgerecht zugänglich und mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.