KI in der Bildung – Fachtag zum Thema Künstliche Intelligenz mit Expertinnen und Experten
Antrag Stadträte Delija Balidemaj, Dr. Michael Haberland, Hans-Peter Mehling und Manuel Pretzl (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 16.9.2025
Antwort Stadtschulrat Florian Kraus:
Nach § 60 Abs. 9 GeschO dürfen sich Anträge ehrenamtlicher Stadtratsmitglieder nur auf Gegenstände beziehen, für deren Erledigung der Stadtrat zuständig ist. Bei den von Ihnen mittels Antrags vom 16.9.2025 vorgebrachten Anregungen handelt es sich jedoch um eine laufende Angelegenheit, die für die Stadt München keine grundsätzliche Bedeutung hat und auch keine erhebliche Verpflichtung erwarten lässt. Daher obliegt deren Besorgung nach Art. 37 Abs. 1 GO und § 22 GeschO dem Oberbürgermeister, weshalb eine Beantwortung auf diesem Wege erfolgt.
In Ihrem Antrag bitten Sie darum, die Landeshauptstadt München solle sich dafür einsetzen, dass das Thema Künstliche Intelligenz (KI) im Rahmen der Projekttage an allen städtischen Schulen durch einen Fachtag thematisiert werde. Expertinnen und Experten sollten eingeladen werden, um sowohl die technische Funktionsweise der Künstlichen Intelligenz (KI) als auch deren Anwendungsweisen differenziert und praxisnah zu erläutern. Diese Veranstaltung fördere das technische Verständnis und die kreative Auseinandersetzung mit den Potenzialen und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz.
Ihre Begründung lautet:
„Die fortschreitende Digitalisierung in den letzten Jahren hat die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, erheblich verändert. Um Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Welt vorzubereiten, ist eine fundierte Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Bildungssystem unerlässlich.
Ein Fachtag an städtischen Schulen bietet die Möglichkeit, den Schülern die Grundlagen und Anwendungsfelder von KI praxisnah zu vermitteln. Die Einladung von Fachleuten gewährleistet, dass aktuelle und relevante Inhalte vermittelt werden, die sowohl technische als auch ethische Aspekte berücksichtigen. Dies befähigt die Schülerinnen und Schüler, KI-Technologien zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen.“Hierzu kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:
Ich danke für Ihre Anfrage zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) an städtischen Schulen. Für das Referat für Bildung und Sport (RBS) hat das Thema KI hohe Priorität und wird an unterschiedlichen Stellen bereits umfassend bearbeitet.
Sie fordern die Landeshauptstadt München (LHM) auf, sich für die verpflichtende Durchführung eines KI-Tages im Rahmen der Projekttage an den städtischen Münchner Schulen einzusetzen. Daher möchte ich Sie in diesem Zusammenhang auf folgende Umstände der Durchführung von Projekttagen zum Thema KI hinweisen:
Bei den an vielen Schulen durchgeführten Projekttagen handelt es sich um eine Leistung einzelner Schulen, die, anders als der Kulturtag, nicht verpflichtend durchgeführt werden müssen. Die LHM ist zwar Sachaufwandsträgerin für alle Münchner Schulen und betreibt ca. 120 eigene Schulen, kann aber deren inhaltliche Ausrichtung nur eingeschränkt beeinflussen. Die Anordnung eines verpflichtenden KI-Tages ist nicht möglich.
Angesichts der Bedeutung des Themas verfolgt das RBS eine andere, aus meiner Sicht nachhaltigere Strategie der sukzessiven Qualifizierung der Lehrkräfte der LHM im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen des Pädagogischen Instituts – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement (PIZKB). Vielfältige Fortbildungsveranstaltungen greifen Chancen und Anwendungsfelder von KI auf und ermöglichen eine fundierte Auseinandersetzung sowie kritische Reflexion.
Verwiesen sei hier insbesondere auf die zweimal pro Jahr stattfindende Fachtagung für Schulen „#momuc_schule“ des Fachbereichs Neue Medien/Medienpädagogik des PIZKB, die sich zum Ziel gesetzt hat, aktuelle Themen der Digitalisierung aufzugreifen und Akzente zu setzen. Die hier qualifizierten Lehrkräfte können die Herausforderungen der KI nicht nur punktuell an einem Fachtag, sondern kontinuierlich in ihrem alltäglichen Unterrichten mit einbauen, was eine lebensnahere und effektivere Beschäftigung der Schüler*innen mit dem Thema vorantreibt.
Des Weiteren unterstützt die Abteilung Schulen des PIZKB die städtischen Schulen im Rahmen von einrichtungsbezogenen Maßnahmen mit passgenauen Veranstaltungen zum Thema, so dass auch spezielle Bedarfe einzelner Schulen Berücksichtigung finden. Dabei zielt das Bildungsangebot darauf ab, junge Menschen und Pädagog*innen in ihrer Medienkompetenzzu stärken und sie zu befähigen, KI und digitale Medien reflektiert und verantwortungsvoll zu nutzen.
Ich bitte um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen und gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.