Das Gesundheitsreferat engagiert sich verstärkt für die sexuelle Gesundheit und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen.
Die Maßnahmen wurden dem Gesundheitsausschuss des Stadtrats jetzt vorgestellt. Schwerpunkte werden dabei auf Aufklärung, Vernetzung und barrierefreie Angebote gesetzt.
Durch Fachveranstaltungen mit Vorträgen und Workshops zu Themen wie begleitete Elternschaft, sexuelle Bildung und Sexualassistenz, der Einrichtung eines Runden Tisches und der Herausgabe eines Leitfadens „Kommunikation und Umgang mit Menschen mit Behinderungen“ für medizinisches Personal werden wichtige Impulse zur Sensibilisierung und Verbesserung der Versorgung gegeben. Im Projekt „Kondome für alle“, welches das Gesundheitsreferat gemeinsam mit dem Sozialreferat und der Behindertenbeauftragten entwickelt hat, können Münchner*innen mit Behinderungen kostenlos Kondome erhalten, zum Beispiel in integrativen Treffs und auch im GesundheitsTreff Riem.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Die sexuelle Gesundheit und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen sind wesentliche Aspekte gesellschaftlicher Teilhabe und Inklusion. Sie sind deshalb auch Teil der Aktivitäten der Landeshauptstadt München, damit Inklusion in allen Gesellschaftsbereichen umgesetzt wird. Allerdings sind Menschen mit Behinderungen in diesem Bereich immer noch mit Vorurteilen und strukturellen Einschränkungen konfrontiert. Diese wollen wir konsequent abbauen.“
Dr. Susanne Herrmann, stellvertretende Gesundheitsreferentin: „Allzu oft werden nur physische Barrieren als Einschränkungen für Menschen mit Behinderungen erkannt – nicht aber gesellschaftliche Tabus und Unsicherheiten zum Beispiel im Umgang mit dem Thema Sexualität. Hier setzen wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartner*innen an und verbessern nicht nur die sexuelle, sondern auch die psychische Gesundheit von Menschen mit Behinderungen.“
Initiativen von Trägern der Behindertenarbeit wie beim Projekt „HerzBlitz“ oder die Beratung in leichter Sprache von pro familia München ergänzen die Angebotslandschaft der staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen in München und bieten Beratung und andere Formate, die sich direkt an Menschen mit Behinderungen richten – zum Beispiel Ausgeh-Gruppen. Die spezialisierte gynäkologische Sprechstunde für mobilitätseingeschränkte Frauen im Gesundheitsreferat zeigt die praktische Umsetzung von barrierefreier Versorgung im Gesundheitswesen beispielhaft – mit hoher Nachfrage und bundesweiter Anerkennung. Nachdem immer noch ein hoher Bedarf an Aufklärungsangeboten in Einrichtungen der Behindertenarbeit und für Fachkräfte besteht, wird sich das Gesundheitsreferat darüber hinaus dafür einsetzen, die niederschwelligen Beratungsangebote speziell für erwachsene Frauen mit Behinderungen zu stärken.