Psychische Gesundheit ist Grundvoraussetzung für Bildung, persönliche Entwicklung und gelingende Beziehungen. Gerade erst hat die Bundesschülerkonferenz in einem 10-Punkte-Plan mehr Aufmerksamkeit für diese Themen gefordert. Die Stadt München engagiert sich hier bereits seit Jahren mit diversen Beratungs- und Fortbildungsangeboten. Mit der neu entwickelten CARE-Box will sie den Schüler*innen ihrer kommunalen Schulen jetzt zusätzliche Impulse zur Stärkung ihrer psychischen Gesundheit geben.
Buntstifte, ein flauschiger Teddybär, drei orangefarbene Igelbälle, 100 Karten zur Ressourcenaktivierung: das sind einige Bestandteile der CARE-Boxen, die das Referat für Bildung und Sport den städtischen Schulen derzeit vorstellt und nach den Pfingstferien an über 80 Schulstandorte ausliefern wird. Das Akronym CARE steht dabei für die englischen Begriffe:
- COPING (Strategien für den Umgang mit Stress, Emotionen und Belastungen)
- AWARENESS (Sensibilisierung für psychische Gesundheit im Schulkontext)
- RESSOURCEN (Stärken aktivieren, Resilienz fördern)
- EMPOWERMENT (Schüler*innen stärken und sich gemeinsam weiterentwickeln)
Idee der CARE-Box ist es, psychische Gesundheit als wichtige Dimension im Schulalltag zu etablieren. Die Box soll Schüler*innen ein Repertoire an Strategien und praktischen Übungen vermitteln, um ihre Stärken zu aktivieren und einen guten Umgang mit Stress und emotionalen Belastungen zu finden. Was kann ich tun, wenn es mir schlecht geht? Was beruhigt mich, wenn die Prüfungsangst übermächtig wird? Die CARE-Box bietet eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Antworten auf diese Fragen, von sensorischen Entspannungsverfahren bis hin zu Übungen für eine stärkere Selbstwirksamkeit.
Die Idee einer CARE-Box bestand am Zentralen Schulpsychologischen Dienst (Pädagogisches Institut – Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement) schon seit Längerem. Zu der CARE-Box gehört eine zusammengestellte Anleitung mit Impulsen zur psychischen Gesundheit. Die Aktivitäten variieren je nach Alter und Bedürfnissen der Schüler*innen. Geschulte Lehrkräfte und Schulpsycholog*innen helfen den Schüler*innen, das situativ passende Format zu finden. Wünschenswert ist aus Sicht des Zentralen Schulpsychologischen Dienstes zudem langfristig der Aufbau einer peer-to-peer-Unterstützung durch ebenfalls geschulte Schüler*innen.
Fortschreibung der Leitlinie Bildung: Leitprojektidee 09 „Yes we care!“
Die CARE-Box ist ein Ergebnis aus der Fortschreibung der Leitlinie Bildung 2024. Konkret wird damit die Leitprojektidee 09 „Yes we care! Psychische Gesundheit für alle in der Bildungseinrichtung“ umgesetzt, in der es um die Förderung der Gesundheitskompetenz bei Schüler*innen und pädagogischen Fachkräften geht. Diese Leitprojektidee und damit das Thema Psychische Gesundheit ist erst im Rahmen der Fortschreibung neu in die Leitlinie Bildung aufgenommen worden – auch das eine Reaktion auf gestiegene Belastungen an den Bildungseinrichtungen.
Trotzdem ist die CARE-Box natürlich nicht die erste Maßnahme, mit denen Schulen die psychische Gesundheit ihrer Schüler*innen stärken. Ob in Form von Präventionsprogrammen, in Formaten zu Schülerpartizipation oder in den Skill-Stunden an den städtischen Realschulen und Gymnasien: der Wunsch, den Schüler*innen vielfältige Erfahrungen der Selbstwirksamkeit und Kompetenz zu ermöglichen, besteht schon lange.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Als Bürgermeisterin von München beobachte ich mit Sorge, wie stark viele junge Menschen heute psychisch unter Druck stehen. Mit der CARE-Box stärken wir sie ganz konkret im Schulalltag. Eingebettet ist diese Maßnahme in die Leitlinie Bildung, eine zentrale Dimension unserer langfristigen, ganzheitlichen Stadtentwicklung, mit der wir für echte Chancen, Resilienz und ein gutes Aufwachsen in unserer Stadt sorgen.“
Stadtschulrat Florian Kraus: „Psychische Gesundheit ist Grundvoraussetzung für erfolgreiche Bildung, persönliche Entwicklung und gelingende Beziehungen. Dass wir uns hier stärker engagieren, ist für mich eine Frage der Bildungsgerechtigkeit in unserer Stadt. Die CARE-Box zeigt, wie einfach umsetzbare Angebote für den schulischen Alltag aussehen können – ich hoffe, sie findet viele Nutzer*innen.“