Schutz der Stromnetzinfrastruktur in München
Anfrage Stadtrats-Mitglieder Delija Balidemaj, Fabian Ewald, Alexandra Gaßmann, Dr. Michael Haberland, Hans Hammer und Jens Luther (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 13.1.2026
Antwort Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft:
In Ihrer Anfrage vom 13.1.2026 führten Sie als Begründung aus:
„Der Anschlag auf das Berliner Stromnetz sowie der Brandanschlag auf eine offene Baugrube im Münchner Osten im Jahr 2021 haben verdeutlicht, dass Stromnetze anfällig für gezielte Angriffe und Sabotage sind. Die Beschädigung freiliegender Kabel, gebündelter Leitungen in Baugruben oder unzureichend gesicherter Knotenpunkte im Hoch- und Mittelspannungsnetz kann erhebliche Teile der Stadt lahmlegen.
Als Betreiber der Stromnetzinfrastruktur tragen die Stadtwerke München (SWM) eine besondere Verantwortung für die Sicherheit dieser kritischen Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund ist von Interesse, welche konkreten Lehren aus früheren Vorfällen gezogen wurden und welche Schutzmaßnahmen aktuell umgesetzt werden.“
Die in Ihrer Anfrage gestellten Fragen können wie folgt beantwortet werden:
Frage 1:
Haben die Stadtwerke München bauliche, organisatorische oder sicherheitstechnische Maßnahmen seit dem Anschlag bzw. Stromausfall im Jahr 2021 ergriffen, um besonders kritische Knotenpunkte und Leitungen im Stromnetz besser zu schützen?
Antwort der SWM:
„Die SWM haben ein umfangreiches Schutzkonzept für ihre kritischen Infrastrukturen und stehen stets im engen Kontakt mit den Sicherheitsbehörden. Ihre Verantwortung zum Schutz der kritischen Knotenpunkte und Leitungen im Stromnetz hat für die SWM schon immer höchste Priorität. Insbesondere seit dem Anschlag 2021 wurden daher zusätzliche Maßnahmen ergriffen, die dazu dienen, unbefugte Zutritte auf kritischen Infrastrukturen deutlich zu erschweren und schneller zu identifizieren. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum Schutz der Infrastruktur nicht im Detail auf die einzelnen Maßnahmen eingehen.“
Frage 2:
Werden Baugruben mit freiliegenden oder gebündelten Stromkabeln heute systematisch überwacht, gesichert oder baulich anders ausgeführt als in der Vergangenheit, um Sabotage oder Vandalismus zu erschweren?
Antwort der SWM:
„Die SWM haben Verfahren zum Schutz von Baustellen verabschiedet, die klare Standards und Abläufe definieren. Dazu gehören u.a. bauliche und technische Lösungen und der Einsatz von Sicherheitspersonal.“
Frage 3:
Welche weiteren Maßnahmen ergreifen die Stadtwerke München aktuell, um das Stromnetz der Landeshauptstadt im Hinblick auf gezielte Angriffe, Sabotageakte oder vergleichbare Bedrohungen abzusichern?
Antwort der SWM:
„Die SWM überprüfen ihre Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig und passen diese den Anforderungen an die Sicherheitslage an – auch in enger Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden. Aufgrund der Sensibilität des Themas bitten wir um Verständnis, dass wir hierzu keine weiteren detaillierten Informationen preisgeben können.“
Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen hiermit zufriedenstellend beantworten konnte.