Mit dem Pilotprojekt „Starterkits mit nachhaltigen Menstruationsartikeln“ setzt die Stadt München ein wichtiges Zeichen gegen Periodenarmut und für die Umwelt. Periodenarmut bezeichnet einen fehlenden oder eingeschränkten Zugang zu menstruationsbezogenen Hygieneartikeln wie Slipeinlagen, Binden und Tampons aufgrund geringer finanzieller Mittel. Laut einer repräsentativen Befragung empfinden 27 Prozent der menstruierenden Personen und sogar 40 Prozent der 16- bis 24-Jährigen die monatlichen Kosten für Periodenprodukte wie Slipeinlagen, Binden und Tampons als erhebliche finanzielle Belastung. Dies kann dazu führen, dass Betroffene weniger Produkte nutzen oder sich für unhygienische Alternativen entscheiden, wodurch das Risiko für urogenitale Infektionen mit teilweise langfristigen Konsequenzen erhöht wird.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Periodenarmut hat nicht nur gesundheitliche Auswirkungen, sondern verursacht auch psychische und soziale Belastungen. Viele menstruierende Personen fühlen sich verunsichert, schämen sich und haben das Gefühl, am öffentlichen Leben nicht teilnehmen zu können. Dies kann zu einem Gefühl der Isolation und einem verminderten Selbstwertgefühl führen. Mit dem Pilotprojekt ‚Starterkits mit nachhaltigen Menstruationsartikeln‘ verfolgt die Landeshauptstadt München eine innovative Strategie, um die Gesundheit der Bürgerinnen und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.“
Der Stadtrat hatte Gesundheitsreferat und Sozialreferat mit dem Pilotprojekt beauftragt. Durch die Förderung von nachhaltigen Alternativen sollen sowohl die Menstruationsgesundheit als auch der Umweltschutz gestärkt werden.
Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: „Die Einführung kostenloser Starterkits ist ein entscheidender Schritt, um Periodenarmut zu reduzieren und die Nutzung von nachhaltigen Mehrwegprodukten zu stärken. Denn herkömmliche Einwegprodukte sind auf Dauer nicht nur kostenintensiv, sondern belasten auch die Umwelt. Somit wird durch dieses Pionierprojekt die Gesundheit zusammen mit der Umwelt gedacht.“
Ab dem 23. März können Starterkits mit nachhaltigen Menstruationsartikeln von menstruierenden, ökonomisch benachteiligten Personen nach einem kurzen Gespräch zur Produktnutzung und -pflege kostenfrei bei teilnehmenden Beratungsstellen abgeholt werden. Weitere Infos unter https://stadt.muenchen.de/infos/menstruationsgesundheit.html.
Ein Starterkit besteht aus einer Menstruationstasse und/oder bis zu zwei Menstruationsslips, welche wiederverwendbar sind.