Zum heutigen Internationalen Sinti*- und Roma*-Tag sendet die städtische Fachstelle für Demokratie herzliche Grüße und ein deutliches Zeichen der Solidarität an alle Münchner Sinti* und Roma*: „Der Internationale Sinti*- und Roma*-Tag am 8. April erinnert an die Anfänge der Bürgerrechtsbewegung und den beharrlichen Einsatz dieser Minderheit für ein Leben frei von Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung. Diesem Einsatz fühlt sich die Fachstelle für Demokratie tief verbunden. Damit dieses Engagement erfolgreich ist, braucht es insbesondere in der Mehrheitsgesellschaft immer wieder einen (selbst-)kritischen Blick auf die eigenen Vorurteile und institutionellen Routinen. Wie groß der Handlungsbedarf noch immer ist – auch hier in München und innerhalb der Stadtverwaltung – hat zuletzt eine Studie zur Situation ukrainischer Geflüchteter mit Roma*hintergrund gezeigt, die von uns in Auftrag gegeben wurde. Ihre Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sind uns Mahnung und Auftrag zugleich.
Damit alle Menschen die gleichen Chancen auf Teilhabe haben, muss anerkannt werden, dass Sinti* und Roma* auch heute noch in vielen Bereichen unserer Gesellschaft auf große Hürden stoßen. Diese gilt es schrittweise abzubauen – durch ein stärkeres Bewusstsein für die vielschichtigen Diskriminierungserfahrungen im Alltag, zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt, bei der Arbeitssuche oder im Kontakt mit Behörden. Ebenso wichtig sind die Vermittlung von differenziertem Wissen über die Minderheit und ihre jahrhundertelange Ausgrenzungsgeschichte, die enge Zusammenarbeit mit Sinti*-und Roma*-Selbstorganisationen sowie die strukturelle Verankerung von Antidiskriminierungsmaßnahmen“, so die Leiterin der Fachstelle für Demokratie, Dr. Miriam Heigl.
Gemeinsam mit der Münchner Selbstorganisation RomAnity e.V. lädt die Fachstelle für Demokratie anlässlich des Internationalen Sinti*- und Roma*-Tags heute Abend um 18 Uhr zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Kino Mal Anders = Bilder Mal Anders“ ein. Im Kino Neues Maxim, Landshuter Allee 33, werden vier Kurzfilme gezeigt, die die Vielfalt der Lebensrealitäten von Sinti* und Roma* in den Mittelpunkt stellen. Ziel des Abends ist es, Empowerment zu fördern und stereotype Zuschreibungen aufzubrechen. „Wir sind nicht alle gleich und leiden dennoch unter denselben Vorurteilen. Bildern kommt hierbei eine besondere Rolle zu und dies müssen wir ändern. Wir müssen uns der Macht der Bilder bewusst werden und neue schaffen“, betont Radoslav Ganev, Gründer von RomAnity. Nach der Vorführung der vier Kurzfilme besteht die Möglichkeit, mit den Protagonist*innen ins Gespräch zu kommen und mehr über ihre Hintergründe und ihre Arbeit zu erfahren. Um Voranmeldung wird gebeten per E-Mail an info@romanity.de.
Die erwähnte Studie kann unter https://go.muenchen.de/studie heruntergeladen werden.