Die Stadt bewertet die vom Bundesfamilienministerium geplante Strukturreform in der Kinder- und Jugendhilfe grundsätzlich positiv, einige Reformpunkte geben jedoch Anlass zu Kritik.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Die geplante Reform zielt darauf ab, die Kinder- und Jugendhilfe inklusiver und handlungsfähiger zu gestalten und dadurch die Hilfe für junge Menschen und ihre Familien zu stärken. Das wäre eine wichtige und richtige Weichenstellung. Auch die vorgesehenen infrastrukturellen Angebote der Bildungsassistenz zur Unterstützung und Begleitung von Kindern- und Jugendlichen mit erzieherischen Bedarfen oder mit Behinderungen in Tageseinrichtungen und Schulen bringen die Inklusion voran.“
Kritisch sieht die Stadt vor allem die derzeit geplante Umsetzung der Reform zum Januar 2028; dies scheint im Hinblick auf die Größe der Strukturänderung deutlich zu kurz bemessen. Auch die vom Bundesministerium geschätzten Einsparpotentiale erscheinen unrealistisch, da der Fokus auf Einsparmöglichkeiten gelegt und die potentiellen Mehrkosten nicht ausreichend in den Blick genommen werden. Die Landeshauptstadt appelliert in diesem Zusammenhang an den Bundesgesetzgeber, dass mögliche Mehrkosten nicht zu Lasten der Träger der öffentlichen Jugendhilfe gehen dürfen und durch den Bund ausgeglichen werden müssten. Das Ministerium hatte den Referenten-Entwurf zum „Ersten Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (1. KJHSRG)“ am 23. März 2026 vorgelegt.