Wie sollen Kitas in München in Zukunft aussehen? Wie können alle Kinder bestmöglich unterstützt werden, unabhängig von Herkunft, Familiensprache oder Lebenslage? Und wie bleibt Kindertagesbetreuung auch in Zeiten großer gesellschaftlicher Veränderungen verlässlich und qualitativ hochwertig? Antworten auf diese Fragen gibt die Perspektive Kita 2030, die der Bildungsausschuss des Stadtrats heute zusammen mit dem Kinder- und Jugendhilfeausschuss beschlossen hat. Das Konzept liefert den strategischen Orientierungsrahmen für die Fach- und Ausbauplanung der Kindertagesbetreuung für die Jahre 2026 bis 2035. Die Perspektive Kita 2030 denkt Kindertagesbetreuung ganzheitlich. Qualität in der pädagogischen Arbeit, sichere und gesunde Lernorte, bedarfsgerechte Platzangebote sowie gute Arbeits- und Entwicklungsbedingungen greifen ineinander. Gleichzeitig nimmt die Perspektive die gesellschaftlichen Herausforderungen in den Blick: den Fachkräftemangel, veränderte Familienbedarfe, den digitalen Wandel und gesellschaftliche Krisen. So setzt sie bewusst inhaltliche Akzente, die auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen reagieren.
Kinderrechte, Partizipation und Demokratiebildung
Münchner Kitas werden konsequent als demokratische Lernorte weiterentwickelt. Hierfür bilden die Kinderrechte die Grundlage jeglichen pädagogischen Handelns. Alle Kinder haben alters- und entwicklungsangemessen die Möglichkeit, sich zu beteiligen und ihre Meinungen zu äußern, sie werden wahrgenommen und gehört und ihre Mitbestimmung ist strukturell abgesichert. Beteiligungsverfahren und Feedbackmöglichkeiten werden gestärkt und verbindlich verankert – für Kinder, Familien und Mitarbeiter*innen. Ziel ist es, Demokratie von klein auf zu erleben .
Soziale Gerechtigkeit
Kitas leisten einen aktiven Beitrag zur Armutsprävention und zum Abbau struktureller Benachteiligungen. Zugänge zu Bildung und Betreuung sollen für alle Kinder unabhängig von Herkunft, Familiensprache oder Lebenslage fair gestaltet sein. Armuts- und diskriminierungssensibles Handeln wird systematisch gestärkt – durch Qualifizierung, durchdachte Strukturen und sozialraumorientierte Vernetzung.
Nachhaltige Entwicklung
Nachhaltigkeit wird fest in der pädagogischen Praxis, im Betrieb der Einrichtungen wie auch auf strategischer Ebene verankert. Bildung für nachhaltige Entwicklung, Klima- und Ressourcenschutz sowie gesundheitsfördernde und nachhaltige Verpflegung gehören ebenso dazu wie die Gestaltung von Kitas als Lern- und Erfahrungsorte für verantwortungsvolles Handeln.
Entstanden ist die Perspektive Kita 2030 in einem breit angelegten, partizipativen Prozess.Träger und Verbände, Fachexpert*innen, Fachkräfte, Familien, Kooperationspartner*innen, weitere städtische Referate und der Stadtrat haben ihre Expertise eingebracht. Damit ist die Perspektive praxisnah, fachlich fundiert und langfristig tragfähig.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Die Perspektive Kita 2030 ist ein starkes Bekenntnis der Landeshauptstadt München zu Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit von Anfang an. Sie zeigt, wie wir Verantwortung für Kinder und Familien übernehmen und gleichzeitig die Qualität unserer Kitas nachhaltig sichern und weiterentwickeln.“
Stadtschulrat Florian Kraus: „Demokratiebildung beginnt nicht erst in der Schule. Mit der Perspektive Kita 2030 stärken wir Kinderrechte und echte Mitbestimmung von Anfang an. Münchner Kitas sind Orte, an denen Kinder gehört werden, wo sie lernen Verantwortung zu übernehmen und Vielfalt als Stärke erfahren – das ist eine zentrale Grundlage für unsere demokratische Stadtgesellschaft.“