Für sicheres und einfaches elektronisches Bezahlen: Wero für Zahlungen an die LHM etablieren
Antrag Stadtrats-Mitglieder Anne Hübner, Dr. Christian Köning, Barbara Likus, Lars Mentrup, Cumali Naz, Lena Odell, Klaus Peter Rupp und Julia Schönfeld-Knor (SPD-Fraktion) vom 13.11.2025
Antwort Stadtkämmerer Christoph Frey:
In Ihrem Antrag führen Sie Folgendes aus:
Die Stadtverwaltung wird gebeten, mit der Stadtsparkasse München eine Möglichkeit zu finden, wie der europäische Bezahldienst Wero künftig für Zahlungen an die Landeshauptstadt München verwendet werden kann.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt teile ich Ihnen zu Ihrem Antrag Folgendes mit:
Der Zahlungsverkehr hat in den letzten Jahren einen grundlegenden Wandel von einem natürlichen Monopol der Banken hin zu einer disruptiven Infrastruktur erfahren, Schlagwörter wie PayPal und Bitcoin seien hier genannt. Gleichzeitig wird der Zahlungsverkehr in Europa mittlerweile stark von Unternehmen aus den Vereinigten Staaten von Amerika dominiert (Mastercard, Visa, PayPal).
Unter geostrategischen Aspekten werden europäische Lösungen zur Wahrung der digitalen Souveränität entwickelt.
Von Seiten des Systems der Europäischen Zentralbanken wird daher zur Sicherung des Zentralbankgeldes der digitale Euro vorangetrieben. 2026 sollen dazu EU-Verordnungen vom Parlament und Rat der EU beschlossen werden. 2029 könnte mit dem Ausrollen begonnen werden.
Die europäischen Geschäftsbanken agieren in einer historisch gewachsenen technisch stark zerklüfteten Landschaft. Um attraktive Zahlungsmöglichkeiten (einfach, schnell, günstig, grenzüberschreitend) zu schaffen, haben Geschäftsbanken aus mehreren europäischen Ländern (European Payments Initiative – EPI) dazu das Zahlungssystem Wero entwickelt, um im infrastrukturellen Basisdienst des Zahlungsverkehrs ein konkurrenzfähiges Angebot zu unterbreiten. In Deutschland sind die Sparkassen, die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Deutsche Bank, die Postbank und einige weitere beteiligt.Beim Online-Kauf wird mit dem Bezahldienst Wero nicht mehr die umständliche Eingabe der IBAN benötigt. Der Kunde wählt beim Bezahlen die Zahlungsart Wero aus, scannt einen QR-Code mit der Banking-App oder der Wero-App und bestätigt die Zahlung.
Bei der Stadtkasse als Zahlungsverkehrsstelle der Landeshauptstadt München ist der weitere Ausbau digitaler Zahlungsmöglichkeiten ein grundsätzliches Ziel. Daher wurde u.a. der Online-Zahlweg Wero hinsichtlich einer möglichen Integration in die Zahlungsverkehrslandschaft bereits betrachtet. Erste Vorgespräche mit der Zahlungsdienstleistungsseite haben hierzu bereits stattgefunden.
Die Integration von neuen Zahlwegen ist darüber hinaus auch mit organisatorischen, rechtlichen und technischen Klärungen verbunden. Die Einführung des Bezahlsystems Wero bei der Landeshauptstadt München auf der PayPage wird daher aktuell geprüft und soll noch möglichst 2026 umgesetzt werden. Dazu muss neben der Klärung der Vergabe vor allem die technische Implementierung (Systementwicklungsfreeze/Migration für S4Hana, stadtweite Priorisierung) geprüft werden. Für Zahlungsterminals oder Automaten im Einsatz vor Ort ist nach Aussage des Zahlungsproviders der Stadt realistisch erst ab 2027 mit einem Einsatz zu rechnen.
Ich möchte Sie um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen bitten und gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.