Vom 12. bis 15. November zeigt das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, die Filme des deutschen Regisseurs, Autors und Produzenten Wolf-Eckart Bühler, der bei allen Vorstellungen zu Gast sein wird. Bühler zählt zu den wichtigen, aber eher unbekannten politischen Filmemachern der 1980-er Jahre. Seit über 40 Jahren lebt er, der weitgereist ist, in München-Schwabing und ist für seinen Reiseführer über Vietnam fast bekannter als für seine Dokumentarfilme. Drei Filme drehte er für das Kino, etwa sechs für das WDR-Fernsehen.
Wolf-Eckart Bühler studierte Literatur- und Theaterwissenschaften in München und war ab 1972 Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift „Film- kritik“, bis er über die schriftliche Auseinandersetzung mit dem Film selbst zum Filmemachen kam. Bühler interessierte sich vor allem für die dunkle Seite Amerikas, für die Zeit der Kommunistenhatz in Hollywood in der Ma-Carthy Ära, die Zeit der Berufsverbote. Allein zwei Filme widmete er dem Schauspieler und Seefahrer Sterling Hayden: „Leuchtturm des Chaos“ (1982), ein spontan gedrehtes und schonungsloses Porträt; und „Der Havarist“ (1983), ein Low-Budget Film mit Burkhardt Driest, Rüdiger Vogler und Hannes Wader, der die selbstkritische Autobiografie „Wanderer“ des ehemaligen Hollywood-Stars und Kommunisten Sterling Hayden als Literaturverfilmung und politisches Lehrstück umsetzte.
„Amerasia“ (1985) ist ein Dokudrama mit amerikanischen Vietnamveteranen und amerasischen Mischlingskindern in Thailand. Bühlers Blick reflektiert den Vietnamkrieg auf ungewöhnliche Weise, indem er die Heimatlosigkeit zeigt, in der die südostasiatischen Frauen gefangen sind, nachdem sie von amerikanischen GIs Kinder bekamen und verlassen wurden. Eröffnet wird die Reihe am Donnerstag, 12. November, um 19 Uhr mit drei mittellangen Dokumentarfilmen: „Filme für ein anderes Amerika“ (1980) über Leo T. Hurwitz, einen unbekannten amerikanischen Marxisten und Dokumentarfilmer, „Innere Sicherheit“ (1981) über Abraham Polonsky, der wegen Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei auf der Blacklist stand, und „Vietnam! Über den Umgang mit einer leidvollen Vergangenheit“ (1994) über einen gewonnenen Krieg, aber einen verlorenen Frieden. Weitere Informationen sowie alle Filme und Termine der Reihe finden sich im Programmheft des Filmmuseums oder unter http://www.muenchner-stadtmuseum.de/film.
Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Telefonische Kartenreservierungen sind unter 2 33-9 64 50 möglich.