Chaostram – die nächste Panne
Anfrage Stadtrats-Mitglieder Leo Agerer, Alexandra Gaßmann, Veronika Mirlach und Matthias Stadler (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 7.6.2024
Antwort Mobilitätsreferent Georg Dunkel:
In Ihrer Anfrage vom 7.6.2024 legen Sie folgenden Sachverhalt zu Grunde: „Der begonnene Bau der Tram-Westtangente zeigt die extremen Herausforderungen in der sich das Viertel derzeit befindet. Selbst an den Wochenenden bilden sich auf der einspurig befahrbaren Fürstenrieder Straße lange Staus mit Stop-and-go-Verkehr. Auch die Zufahrten zu den Anwesen sind teils nicht möglich. (‚Ärger im Quadrat‘, tz, 25./26.5.) Die Beschwerden der Anwohner häufen sich, egal ob es um die Ausfahrt oder Einfahrt geht. Teils müssen lange Wegezeiten eingeplant werden. Auch für Pflegedienste stellt das eine große Herausforderung dar.“
Herr Oberbürgermeister Reiter hat mir Ihre Anfrage zur Beantwortung zugeleitet, die darin aufgeworfenen Fragen beantworte ich wie folgt:
Frage 1:
Wie wird sichergestellt, dass alle Grundstückszufahrten zu jeder Zeit tatsächlich befahrbar sind?
Antwort:
Bereits bei der Planung der Verkehrsführung und der Einrichtung der Baufelder wird sichergestellt, dass sämtliche Anwesen durch die Anwohner*innen zugänglich sind. Nötigenfalls werden dazu mobile Brückenelemente eingesetzt.
In Einzelfällen kann es, trotz größter Sorgfalt aller Beteiligten, dazu kommen, dass während der Einrichtung der Baustelle vorübergehend einzelne Ausfahrten für kurze Zeit nicht voll umfänglich nutzbar sind. Diese Beeinträchtigungen beschränken sich aber im Allgemeinen auf wenige Minuten und werden in der Regel von der MVG als Maßnahmenträger mit den Betroffenen vorab kommuniziert.
Frage 2:
Wie wird sichergestellt, dass die Hilfsfrist für die Blaulichtdienste eingehalten werden kann, vor allem bei nur einem verbleibenden Fahrstreifen und mittig bzw. im Seitenbereich gelagertem Baumaterial?
Antwort:
Die Polizei und die Feuerwehr sind seit Beginn der Planungen mit einbezogen und haben der Verkehrsführung zugestimmt. Um das Überholen von Einsatzfahrzeugen zu erleichtern, können die eingerichteten Busspuren mitgenutzt werden. Um die Fahrt auch durch nicht genutzte Baufelder zu ermöglichen, werden diese nur mit Leitbaken und ohne größere Barrieren von der Fahrspur abgetrennt.
Frage 3:
Warum dürfen Fahrzeuge mit mehr als 5,5t zulässigem Gesamtgewicht die Fürstenrieder Straße nicht mehr befahren? Ist es beabsichtigt, dass Fahrzeuge mit höherem zulässigem Gesamtgewicht alternativ durch die anliegen Wohnstraßen fahren, so wie dies derzeit geschieht?
Antwort:
Die Umleitung von Fahrzeugen über 5,5t zulässigem Gesamtgewicht über die Guido-Schneble-Straße liegt an der Beengtheit der Baufelder in den Kreuzungsbereichen Fürstenrieder Straße/Gotthardstraße und Fürstenrieder Straße/Camerloherstraße, die es mehrachsigen Fahrzeugen nicht mehr ermöglicht, aus diesen Straßen links in die Fürstenrieder Straße einzubiegen. Die sogenannte Schleppkurve ist dafür nicht ausreichend groß genug. Dieser Umstand hat zur Folge, dass der vorgenannte Verkehr parallel bis zur Kreuzung Fürstenrieder Straße/Aindorferstraße geführt werden muss, wo er problemlos auf die Hauptfahrbahn einschwenken kann.
Die Notwendigkeit dieser Verkehrsführung ist zeitlich beschränkt und wird mit Einrichtung der nächsten Bauphase, voraussichtlich im August, entfallen.
Frage 4:
Wie stellt die Planung sicher, dass Anwohner, Pflegedienste, Zulieferer, Handwerker und Dienste der Daseinsvorsorge das Viertel ohne große Umwege, Staus und Zeitverluste erreichen und verlassen können?
Antwort:
Ein Verlassen des Viertels für Anliegende ist nicht ausschließlich über die Fürstenrieder Straße möglich. Als Ab- und Umleitungsstrecke ist der Mittlere Ring vorgesehen. Wie bei Bauvorhaben dieser Größe nicht vermeidbar, kann leider nicht davon ausgegangen werden, dass jedes Ziel, das über die Fürstenrieder Straße angefahren wird, in gleicher Geschwindigkeit erreicht wird wie ohne Baustelle. Die Bauarbeiten wurden aber seit Monaten durch die MVG kommuniziert und auch durch die Medien verkündet,so dass betroffene Anlieger*innen sich auf etwaige Zeitverluste einstellen können.
Das Mobilitätsreferat hat die Staubildung stark im Fokus und setzt alles daran, den Verkehrsfluss so gut wie möglich zu halten. Dafür nutzen wir unter anderem auch Möglichkeiten der Zuflussdosierung z.B. durch Signalsteuerung.
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.