Nachbarschaftreffs optimal nutzen
Anfrage Stadtrats-Mitglieder Alexandra Gaßmann, Heike Kainz und Rudolf Schabl (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 2.5.2024
Antwort Sozialreferentin Dorothee Schiwy:
In Ihrer Anfrage vom 2.5.2024 führen Sie Folgendes aus:
„Unsere Nachbarschaftstreffs sind ein Gewinn für unsere Stadt und ihre Viertel. Hier kommen die Menschen zusammen, hier findet man Hilfe, hier kann voneinander gelernt werden. Um die Potentiale optimal nutzen zu können, müssen die Möglichkeiten, die aktuellen Angebote und Auslastungen eruiert werden.“
Zu Ihrer Anfrage vom 2.5.2024 nimmt das Sozialreferat im Auftrag des Herrn Oberbürgermeisters im Einzelnen wie folgt Stellung:
Frage 1:
Wie viele Stunden werden die Räume belegt. Wie viele Kapazitäten sind offen?
Antwort:
Zu Ihrer ersten Frage bezüglich der Stundenbelegung der Räume möchte ich darauf hinweisen, dass das Rahmenkonzept der Nachbarschaftstreffs keine Angebote der Treffleitungen vorsieht. Ihre Aufgabe ist der Aufbau und die Pflege geeigneter Strukturen, um das Engagement der Nachbar*innen zu fördern und zu erhalten. Sie sind Ansprechpartner*innen für alle Fragen rund um das Engagement. Sie bringen Gleichgesinnte zusammen, bieten Strukturen, um Suchende und Anbietende zusammenzubringen, unterstützen bei Problemen dabei, selbst eine Lösung zu finden, eröffnen Räume und Ressourcen. Durch die physikalischen Räume der Nachbarschaftstreffs wird interessierten und engagierten Menschen die Gelegenheit zur Gestaltung ihres Umfeldes und zur Eigenverantwortlichkeit ermöglicht. Diese Unterstützung würdigt das bürgerschaftliche Engagement und schafft Anerkennung und Selbstvertrauen.
Daher gibt es in den Münchner Nachbarschaftstreffs keinen festen Belegungsplan.
In Bezug auf die Verfügbarkeit der Kapazitäten ist festzustellen, dass diese sehr variabel sind und sich je nach Bedarf und Nutzungsszenario unterscheiden. Die Räumlichkeiten sollen entsprechend dem aktuellen ehrenamtlichen Engagement und den Anforderungen der Gemeinschaft im Quartier zur Verfügung stehen.Das Amt für Wohnen und Migration hat von einer detaillierten Abfrage bei allen Nachbarschaftstreffs abgesehen, da diese Belegungspläne immer nur eine Momentaufnahme zeigen könnten. In der Anlage haben wir exemplarisch drei Belegungspläne von verschiedenen Nachbarschaftstreffs beigefügt. Diese sind selbstverständlich nicht auf alle Einrichtungen übertragbar. Dennoch kann es gelegentlich vorkommen, dass freie Kapazitäten vorhanden sind.
Frage 2:
Welche Bevölkerungsgruppen werden durch die Angebote prozentual angesprochen? Diese sind zum Beispiel wie folgt zu unterteilen:
- Kinder
- Jugendliche
- Familien
- Erwachsene
- Senioren
- Menschen mit Migrationshintergrund
- Menschen mit Behinderung
Antwort:
Die Angebote in den Nachbarschaftstreffs richten sich an eine breite Vielfalt von Bevölkerungsgruppen. Eine genaue prozentuale Aufschlüsselung der angesprochenen Gruppen liegt dem Amt für Wohnen und Migration nicht vor, da die Teilnahme an den Angeboten freiwillig und für alle offen ist. Ein Beispiel dafür sind Gartenprojekte oder Foodsharing, die alle Alters- und Bevölkerungsgruppen ansprechen, aber nicht genutzt werden müssen. Es ist immer von den jeweiligen Interessen abhängig. Dennoch strebt das Sozialreferat eine inklusive und diversifizierte Teilnahme an, um möglichst viele Menschen aus verschiedenen sozialen, kulturellen und altersspezifischen Hintergründen anzusprechen. Die Art der Angebote richtet sich nach den Bedürfnissen und der Bevölkerungszusammensetzung im jeweiligen Quartier und ist daher in jedem Quartier unterschiedlich. In den beigefügten Belegungsplänen erhalten Sie einen Einblick in die Zielgruppen der jeweiligen Angebote.
Frage 3:
Werden Angebote in Zusammenarbeit mit Seniorenbeirat, Behindertenbeirat, Migrationsbeirat, bestehenden Organisationen entwickelt und angeboten? Wenn ja, welche?
Antwort:
Die Nachbarschaftstreffs sind bereits eng mit den verschiedenen Akteur*innen im Quartier vernetzt und arbeiten mit verschiedenen Kooperationspartner*innen und Organisationen vor Ort, darunter Vereine, Bildungseinrichtungen, Familienzentren, REGSAM-Arbeitskreise, etc. gut zusammen. Obwohl der bisherige Schwerpunkt nicht speziell auf der Zusammenarbeit mit den übergeordneten, stadtweiten Gremien wie Seniorenbeirat, Behindertenbeirat und Migrationsbeirat lag, stehen die Nachbarschaftstreffs offen für Anregungen und eine Kooperation mit diesen Gremien.
Frage 4:
Könnten mögliche freie Kapazitäten der Räume und Angebote durch die Landeshauptstadt München proaktiv gefüllt werden?
Antwort:
Wie bereits unter 1. dargestellt, ist das Rahmenkonzept der Nachbarschaftstreffs darauf ausgelegt, dass die Treffleitungen keine festen Angebote organisieren, sondern Strukturen schaffen, die das ehrenamtliche Engagement der Nachbar*innen fördern.
Frage 5:
Können die Räume in den Ferien für Ferienprogramme genutzt werden? Falls die bereits erfolgt, in welchem Umfang?
Antwort:
In der Vergangenheit stellten sich die Anforderungen für die Nutzung der Räumlichkeiten für Ferienprogramme als teilweise herausfordernd dar, da es zu Kollisionen mit bereits bestehenden Gruppenangeboten im Nachbarschaftstreff kommen konnte. Ein weiterer Faktor war die möglicherweise unzureichende Größe der Küche, um den Bedarf während der Ferienprogramme zu decken. Dennoch kann sich das Sozialreferat grundsätzlich vorstellen, die Räumlichkeiten beispielsweise während der Sommerferien für Ferienprogramme zu nutzen, stets in Absprache mit den betroffenen Gruppen und unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse.
Ich hoffe, Ihre Anfrage ausreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.