Mithilfe der Programmförderung für nicht-kommerzielle Konzertreihen in kleineren Musiklocations oder Musikfestivals sollen anspruchsvolle Programmvorhaben aller Genres der Popmusik abseits des sogenannten Mainstreams unterstützt werden, die Münchner Künstler*innen maßgeblich in das Programm miteinbeziehen. Im Jahr 2025 werden nunmehr zum sechsten Mal Konzertreihen und Musikfestivals im Bereich der Popmusik gefördert – Dank einer Erhöhung der Popfördermittel durch den Stadtrat erstmals mit insgesamt maximal 90.000 Euro anstelle von 55.000 Euro. Das Projekt „CoreChaos“ von Janine Irro und Alexander James Friedrich erhält 10.000 Euro, „LOST IN MUSIC: Book & Cover“ von Markus Naegele 15.000 Euro. Die Projekte „Nelles Room“ von Ikoko Kharis, „8 Jahre Behind the Green Door | Infinite ∞ Festival“ von Veit Oberrauch sowie „Giesing Is A Feeling“ vom Wir in Giesing e.V erhalten jeweils eine Förderung von 20.000 Euro.
Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:
Janine Irro und Alexander James Friedrich: „CoreChaos 2025“
„Die Gewährung von Fördermitteln der Stadt München für das Projekt ‚CoreChaos 2025‘ von Janine Irro und Alexander James Friedrich ist ausdrücklich zu befürworten, da das Konzept eine Vielzahl unterstützenswerter Kriterien erfüllt und darauf ausgerichtet ist, Musik und Bands nach München zu bringen, die aus verschiedenen Gründen einen wertvollen Beitrag zur Bereicherung der Stadt leisten.
Es war und ist von großer Bedeutung, dass Popmusik den Zustand der Gesellschaft widerspiegelt. Insbesondere die weltweit relevante und gesellschaftspolitisch engagierte und involvierte DIY- und Hardcore-Szene, welche durch CoreChaos in unsere Stadt gebracht werden soll, setzt sich immer wieder kritisch mit den Brüchen in unserem Zusammenleben auseinander. Die Anwesenheit internationaler Bands in München ermutigt die lokale Szene, diese Musik auszuprobieren, die auf kommerzieller Ebene oft wenig Chancen hat, jedoch musikalisch von großer Relevanz und Ungestümtheit ist.Überzeugend waren zudem das behindertengerechte Konzept, die geplante gendergerechte Beteilung auf und hinter der Bühne sowie das sozial abgestufte Ticketpreis-System. Die Jury ist erfreut, ein derartiges Projekt unterstützen zu können, welches nicht nur kulturell und musikalisch, sondern auch gesellschaftspolitisch hochgradig wertvoll ist.“
Markus Naegele: „LOST IN MUSIC: Book & Cover“
„Die Bewerbung für das Projekt ‚LOST IN MUSIC: Book & Cover‘ konnte die Jury überzeugen, da sie interdisziplinäre Akteur*innen aus der Kulturszene Münchens an einem Ort zusammenbringt und Unterhaltung aus verschiedenen Kulturbereichen vereint. Ein Konzept, welches sicherlich ein kurzweiliges Erlebnis sowie einen niederschwelligen Zugang ermöglicht, und so auch ein neues Publikum zu erreichen vermag. Darüber hinaus verbindet ‚LOST IN MUSIC: Book & Cover‘ Akteur*innen aus verschiedenen Generationen, um ein möglichst breites Alters- und Gesellschaftsspektrum anzusprechen – ein wichtiger Aspekt in unserer Zeit. Die musikalische Bandbreite mit je zwei lokalen LiveActs an den geplanten zehn Abenden ist ganz am Puls der Zeit und hält durch die geforderten Coverversionen zusätzliche Überraschungsmomente bereit. Der Initiator des Projektes Markus Naegele zeichnet sich als eine schillernde Persönlichkeit unserer Kulturszene aus und hat durch sein Netzwerk das Potenzial, etwas Besonderes ins Leben zu rufen. Die Jury ist erfreut, ihn mit der Empfehlung einer Pop-Programmförderung in Höhe von 15.000 Euro bei der Umsetzung von ‚LOST IN MUSIC: Book & Cover‘ unterstützen zu dürfen.“
Ikoko Kharis: „Nelles Room“
„Die vierteilige Veranstaltungsreihe ‚Nelles Room‘, welche von der Münchner Künstlerin Kokonelle organisiert wird, ist nicht ausschließlich als Release-Veranstaltung der Künstlerin zu verstehen. Vielmehr fungiert sie als eine bemerkenswerte Plattform für die Münchner Musikszene. ‚Nelles Room‘ zeichnet sich insbesondere durch die Vielfalt der Künstler*innen aus, die bei jeder Veranstaltung neben Kokonelle auftreten. Zu jedem Release werden weitere talentierte Münchner Persönlichkeiten aus den Bereichen Musik, Bildende Kunst, Poetry und Kultur eingeladen, um die Bühne zu teilen, zu performen und den Abend zu gestalten. So fungiert ‚Nelles Room‘ mit jeder Veranstaltung als Netzwerk- und Austauschtreffen der Münchner Musikszene. Hier kommen Künstler*innen unterschiedlicher Genres und Stilrichtungen zusammen, um gemeinsam zu performen, sich gegenseitig zu inspirieren und ihre Musik mit dem Publikum zu teilen. Die Veranstaltungsreihe ‚Nelles Room‘ birgt ein enormes Potenzial für die musikalische Entwicklung Münchens, da die aufstrebende Künstlerin Kokonelle eine musikalisch magnetische Anziehungskraft auf andere Künstler*innen und Musikinteressierte ausübt. Das Format schafft einen Raum für kreative Synergien, die für die musikalische Entwicklung der Münchner Musikszene von unschätzbarem Wert sind. Aus diesem Grund empfiehlt die Jury nachdrücklich, das Projekt ‚Nelles Room‘ mit einer Pop-Programmförderung in Höhe von 20.000 Euro zu unterstützen.“
Veit Oberrauch: „Infinite ∞ Festival - 8 Jahre Behind the Green Door“
„Die Jury empfiehlt, dem ‚Infinite ∞ Festival - 8 Jahre Behind The Green Door‘ eine Pop-Programmförderung in Höhe von 20.000 Euro zuzusprechen. Seit 2017 bereichern Behind The Green Door mit Konzerten und Veranstaltungen die Münchner Subkultur und fördern den Kulturaustausch. 2025 setzen sie mit dem ‚Infinite ∞ Festival‘ ein Highlight ihres bisherigen Engagements. Das vielfältig kuratierte Festival-Programm bringt verschiedene Musikkulturen an einem Ort zusammen und fördert den interkulturellen Dialog. Künstler*innen aus München treten neben internationalen Größen auf, um die lokale Musikszene zu fördern und neue Impulse in die Münchner Kulturlandschaft zu bringen. Besonders hervorzuheben ist das Engagement für Gleichberechtigung und Diversität, das in allen Aspekten des Festivals spürbar ist. Im vorgesehenen Programm sind mehr als 50 Prozent FINTA*-Personen. Beim Booking beweisen Behind The Green Door ein Händchen für die Kuration des Line-Ups, das von Neo-Psychedelic und Krautrock bis hin zu Jazz und experimentellen Genres reicht und somit viele Musikliebhaber*innen anspricht. Die Jury ist überzeugt, dass die finanzielle Unterstützung der Stadt München dazu beiträgt, das Festival zu einem großen Erfolg zu machen und die Kulturszene zu bereichern. Wir wünschen Behind The Green Door viel Erfolg bei der Umsetzung des ‚Infinite ∞ Festival“‚“
Wir in Giesing e.V.: „Giesing Is A Feeling“
„Die Konzertreihe ‚Giesing Is A Feeling‘ ist ein fester Bestandteil des Münchner Kulturlebens und erfüllt sowohl den Gedanken der Vernetzung als auch der Nachwuchsförderung in höchstem Maße. Die Kalkulation ist ausgewogen und die Ausgaben sind angemessen. Die Antragsteller*innen haben bereits in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie Veranstaltungen professionell und den Förderkriterien entsprechend durchführen können. Die geplante Kooperation mit lokalen und alternativen Kollektiven, die den Gedanken der Förderung und Vernetzung ebenso hochhalten sowie der hohe inhaltliche und subkulturelle Anspruch lassen sich aus der vergangenen und geplanten Programmatik schnell herauslesen und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Sowohl städtische als auch privat betriebene Veranstaltungsstätten werden bespielt und bei der Auswahl der Musiker*innen wird auf eine große musikalische Vielfalt sowie eine ausgeglichene Genderverteilung geachtet. Die Vielfalt und Qualität der Münchner Szene noch sichtbarer machen – das ist unter anderem genau das, was sich die Juror*innen für ein durch die Popmusik-Programmförderung zu förderndes Projekt wünschen.“
Informationen und ausführliche Jurybegründungen sind ersichtlich unter www.muenchen.de/pop-programmfoerderung.