In einer gemeinsamen Sitzung des Bildungs- und Sportausschusses, des Kinder- und Jugendhilfeausschusses und des Sozialausschusses hat der Stadtrat gestern eine gesamtstädtische Strategie „Bildung und Sport für Flüchtlinge“ auf den Weg gebracht. Das Strategiepapier fußt auf der Erkenntnis, dass Bildung der Schlüssel zur Integration von Flüchtlingen ist und auch darauf, dass sich die Menschen beim gemeinsamen Sporttreiben mit wenigen Sprachkenntnissen kennenlernen und verstehen können.
Unter der Federführung des Referats für Bildung und Sport und in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat und dem Staatlichen Schulamt ist im Rahmen eines Workshops ein Strategiepapier entstanden, in dem für alle Altersstufen passgenaue Unterstützungsangebote zur Integration definiert wurden. Diese sollen das bereits vorhandene Regelangebot in Kitas und Schulen unterstützen beziehungsweise ergänzen.
Für Kinder im Vorschulalter ist das Brückenangebot „Drop In“ gedacht: Familien, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, erhalten einen Einblick in die Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen, gleichzeitig werden Kontakte zwischen den Familien und der Kita gefördert. Dazu sucht auch die Kita-Elternberatungsstelle die Eltern direkt in Gemein- schaftsunterkünften auf, berät diese und informiert und hilft bei der Suche nach einem Betreuungsplatz.
Vielfach sind auf der Flucht Bildungsnachweise verloren gegangen oder der Nachweis für einen Bildungsabschluss kann aus anderen Gründen nicht erbracht werden. Eine Bildungsclearingstelle soll helfen, die Kompetenzen und die individuellen Lern- und Bildungsvoraussetzungen festzustellen, so dass die geflüchteten Menschen passgenau in die jeweiligen Bildungsangebote oder Ausbildungsangebote integriert werden können. Dabei werden nicht nur die bisherigen Kompetenzen erfasst, auch die Bildungsdaten/ Kompetenzen, die seit der Ankunft in München schon erworben wurden, werden fortlaufend und damit regelmäßig aktualisiert.
Jugendliche Flüchtlinge in Ausbildung haben aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse oft Schwierigkeiten, die Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen. Das Referat für Bildung und Sport will Konzepte für Fördermaßnahmen entwickeln, um diese jungen Menschen auf dem Weg zu einer Berufsausbildung bestmöglich zu unterstützen.
Die Weiterentwicklung von bereits bestehenden Konzepten für die Qualifizierung von Lehrkräften für den Unterricht in Flüchtlingsklassen, für Deutsch als Fremd- bzw. Zweitsprache sowie für mehrsprachigen Unterricht runden die Strategie ab.
Nicht zuletzt sollen die Angebote der Schulpsychologie den speziellen Bedürfnissen der Menschen mit Fluchthintergrund angepasst werden. Die nun vom Stadtrat verabschiedeten Maßnahmen zur Integration durch Bildung und Sport fließen in den von Oberbürgermeister Dieter Reiter initiierten „Gesamtplan Integration von Flüchtlingen“ mit ein.