Am Dienstag, 20. Februar, 17.30 Uhr, findet im NS-Dokumentationszentrum München, Max-Mannheimer-Platz 1, ein Rundgang durch die Sonderausstellung „Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945“ statt. Die Ausstellung dokumentiert rechtspopulistische, rechtsradikale und rechtsextremistische Akteure, Organisationen und Parteien von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Ein eigener Teil der Ausstellung ist der rechtsextremen Ideologie gewidmet. Die Ausstellung „Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945“ ist bis zum 2. April zu sehen und wird durch ein vielfältiges Bildungs- und Veranstaltungsprogramm begleitet. Unter anderem wird an jedem Dienstag um 17.30 Uhr (ausgenommen Feiertage) ein Rundgang durch die Ausstellung angeboten. Im Begleitprogramm zur Sonderausstellung findet darüber hinaus am Dienstag, 20. Februar, 19 Uhr, im Auditorium des NS-Dokumentationszentrum München unter dem Titel „Der NSU-Prozess“ eine Diskussion statt. Bereits seit Anfang Mai 2013 läuft der Prozess um die Verbrechen der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“. Angeklagt sind fünf Personen: Beate Zschäpe, Mitglied des Kerntrios, sowie vier mutmaßliche Unterstützer und Gehilfen. Insgesamt werden dem NSU zehn Morde, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfalle vorgeworfen. Mittlerweile sind fast 400 Prozesstage ins Land gezogen, von denen nicht wenige mit Befangenheitsanträgen und juristischen Scharmützeln der Verteidiger gefüllt waren. Trotz der langen Dauer und des schleppenden Fortgangs des Prozesses ist das mediale und öffentliche Interesse ungebrochen – das Verlangen insbesondere der Betroffenen und Hinterbliebenen nach Aufklärung und Gerechtigkeit hoch. Viele Fragen bleiben offen: Wie konnten die rechtsextremen Terroristen über 13 Jahre lang Anschläge verüben, rauben und morden und dabei unentdeckt im Untergrund leben? Wie groß war ihr Unterstützernetzwerk wirklich und wie kann es sein, dass die deutschen Sicherheitsbehörden derart lange im Dunkeln tappten?
Diese und weitere Fragen und Aspekte diskutieren Robert Andreasch (NSU-Watch), Annette Ramelsberger (Süddeutsche Zeitung), Seda Basay-Yildiz (Opferanwältin) und Günther Beckstein (Bayerischer Ministerpräsident a.D.). Der Eintritt ist frei.
Das NS-Dokumentationszentrum, Max-Mannheimer-Platz 1, ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5, ermäßigt 2,50 Euro. Die Teilnahme am Rundgang ist im Eintritt inbegriffen. Treffpunkt ist im Foyer, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Voranmeldung ist per E-Mail an veranstaltungen.nsdoku@muenchen.de möglich.