Immer weniger Kinder und Jugendliche können sicher schwimmen. Während der Corona-Pandemie konnte der Schwimmunterricht in den Schulen häufig nicht stattfinden. Um der Gefahr von Badeunfällen entgegenzuwirken, müssen mehr Anfängerschwimmkurse angeboten werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Bäder zur Verfügung stehen, in denen die Kurse stattfinden können. Außerdem soll der Schwimmunterricht an Schulen nicht an personellen Engpässen scheitern. An diesen beiden Punkten setzt ein Handlungskonzept des Referats für Bildung und Sport (RBS) an, das der Münchner Stadtrat jetzt
einstimmig genehmigt hat: Die Schwimmbäder in den Münchner Schulen werden sukzessive auch in den Ferien und am Wochenende geöffnet, damit dort Anfängerschwimmkurse stattfinden können. Los geht‘s bereits in den Herbstferien, die kommende Woche starten, mit derzeit sechs Schulschwimmbädern. Außerdem will das RBS die Schulen mit städtischen Sportförderlehrkräften unterstützen sowie zusätzlichen qualifizierten Honorarkräften, die den Grundschullehrkräften als Differenzierungshilfe zur Seite stehen. Nur allzu oft findet in der Praxis keine Schwimmunterricht statt, weil es an Personal fehlt.
Außerdem soll das erfolgreiche „Große Schwimmfinale der Münchner Schulen“ künftig zweimal jährlich stattfinden: Zusätzlich zum Schuljahresende auch zum Schulhalbjahr nach den Zwischenzeugnissen. Beim Schwimmfinale können die Schulen den Schwimmunterricht des gesamten Schuljahres geblockt absolvieren: Fünf Tage mit jeweils 120 Minuten ergibt 600 Minuten Schwimmunterricht in einer Woche. Eine besonders effektive Form des Schwimmenlernens. Die erforderlichen Belegungszeiten in den Schulschwimmbädern und öffentlichen Bädern stellt das RBS in enger Zusammenarbeit mit der Stadtwerke München GmbH (SWM-Bäder) zur Verfügung.
Ganz allgemein wird das RBS die außerschulische Belegung der Schulschwimmbäder künftig so koordinieren, dass gezielt Zeiten für Anfängerschwimmkurse reserviert werden. Auch Kindertageseinrichtungen sollen die Schulschwimmbäder vermehrt nutzen – für eine erste Gewöhnung an das Wasser oder Angebote in der Ferienbetreuung von Grundschulkindern. Trotz angespannter Lage im städtischen Haushalt haben die Stadträt*innen für dieses Konzept der gezielten Förderung des Schwimmenlernens zusätzliche Ausgaben in Höhe von jährlich 100.000 Euro bewilligt. Sportbürgermeisterin Verena Dietl: „Es ist mir ein Herzensanliegen, dass Kinder möglichst früh sicher schwimmen lernen. Darum errichten wir als Stadt in den kommenden Jahren neue Schulschwimmbäder. Mit dem gestrigen Beschluss im Sportausschuss setzen wir als Sportstadt ein Zeichen. Durch das zusätzliche Budget bieten wir Schulen, Vereinen und Kursanbietern bessere Rahmenbedingungen und erreichen damit noch mehr Schwimmanfänger*innen. Insbesondere für die Nach-Coronazeit hilft das immens.“
Sportreferent Florian Kraus: „Ich freue mich über die breite Zustimmung im Stadtrat für unser Konzept. Wir haben verschiedene Bausteine wie die erweiterte Öffnung der Schulschwimmbäder oder die Unterstützung der Schulen klug verzahnt, damit möglichst viele Kinder schwimmen lernen können.“